Veranstaltung 2017

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Veranstaltung 2017

Am 18.01.2017 fand die jährliche Veranstaltung für die Partner der Initiative „Vielfalt verbindet! Interkulturelle Öffnung als Erfolgsfaktor“ statt.

Unter dem Motto „Interkulturelle Öffnung – stark aufgestellt in Richtung Zukunft !?“ trafen sich Vertreterinnen und Vertreter von Behörden, Verbänden und Unternehmen zu einem Austausch und folgten damit der Einladung von Integrationsstaatssekretär Thorsten Klute, der Schirmherr der Initiative ist.

►Programm

Nordrhein-Westfalen ist das Bundesland mit den stärksten Zuwanderungszahlen. Die Potenziale der Menschen mit Zuwanderungsgeschichte wertzuschätzen und ihnen die gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen, ist die wichtigste Grundlage für eine erfolgreiche Integration.
Die Partnerinnen und Partner der Initiative „Vielfalt verbindet! Interkulturelle Öffnung als Erfolgsfaktor“ haben sich den damit verbundenen Herausforderungen gestellt und mit ihrer Unterschrift ein Zeichen für gemeinsames Handeln zur interkulturellen Öffnung ihrer Institutionen gesetzt.

 

„Partner zu werden hat nicht nur symbolischen Charakter. Entscheidend ist, dass alle Partner mit konkreten Maßnahmen zur interkulturellen Öffnung der jeweiligen Organisation der Initiative beigetreten sind“, betonte Integrationsstaatssekretär Klute in seiner Eröffnungsrede. Er bedankte sich für das Engagement und stellte heraus: „Interkulturelle Öffnung ist mittlerweile Voraussetzung für die Leistungsfähigkeit von Behörden, Institutionen und Unternehmen.“

►Eröffnungsrede Staatssekretär Klute

Staatssekretär Klute nutzte die Gelegenheit, sich von Herrn Dr. Gualtiero Zambonini vom WDR, einem langjährigen Partner der Initiative, zu verabschieden. Dieser habe sich mit viel Leidenschaft, Kompetenz und Erfolg für die Themen „Integration“ und „Zuwanderung“ eingesetzt und dazu viele Initiativen und Aktionen auf den Weg gebracht wie z.B. die Talentwerkstatt „Grenzenlos“, in der junge talentierte Medienschaffende mit Migrationshintergrund gefördert werden. „Dafür wurde Herr Dr. Zambonini 2008 mit dem Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen und 2016 mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse“ ausgezeichnet“, schloss Integrationsstaatssekretär Klute seine Laudatio.
 

 

Im Rahmen der Veranstaltung wurde IHK NRW als neuer Partner der Initiative begrüßt. Dr. Ralf Mittelstädt, Hauptgeschäftsführer der IHK NRW e.V. unterzeichnete gemeinsam mit dem Staatssekretär die Vereinbarung und stellte im Anschluss die Arbeit der IHKen in NRW dar. Er stellte fest, dass die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund bereits vielerorts gelebte Praxis in Unternehmen sei und diese die Vielfalt in der Belegschaft mittels vielfältiger Maßnahmen fördern. Gleichwohl müsse man hier weniger von interkultureller Öffnung als von „Diversity Management“ sprechen. Denn die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen hänge stark davon ab, wie diese sich zur Fachkräftesicherung auf die unterschiedlichen Zielgruppen in einer vielfältigen Gesellschaft einstellen.

►Pressemitteilung zur Unterzeichnung der Beitrittserklärung IHK NRW
►Präsentation Dr. Mittelstädt

Auch in den folgenden Beiträgen wurden verschiedene Facetten der interkulturellen Öffnung von Unternehmen näher beleuchtet.

 

Klaus Klar, Vorstand und Arbeitsdirektor der Rheinbahn AG, betonte, dass interkulturelle Öffnung bereits bei der Ausbildung anfängt und berichtete über seinen eigenen Werdegang bei der Rheinbahn AG, den er als damals 16jähriger Auszubildender begann. Er stellte heraus, dass über die Ausbildung die Zukunftssicherung eines Unternehmens erfolge. Im Herbst 2016 hätten 42 junge Menschen ihre Ausbildung bei der Rheinbahn AG begonnen und sich im Rahmen sogenannter Sozialpädagogischer Tage in Winterberg zunächst mit der bestehenden Unternehmenskultur und den Grundsätzen der Zusammenarbeit vertraut gemacht. „Und natürlich fahre ich einen Abend nach Winterberg, setze mich mit den jungen Menschen ans Lagerfeuer und tausche mich mit ihnen aus. Mir ist wichtig, dass wir die Unternehmensleitbilder leben und nicht nur aufschreiben“, betonte Klaus Klar.

►Präsentation Klar, Rheinbahn AG

In Emmerich hat sich das Netzwerk „Gemeinsame Integration“ gebildet, eine Kooperation von Unternehmen, der Stadt Emmerich, der IHK Niederrhein und der Agentur für Arbeit.

 

Anette Dierks, Nachhaltigkeitsmanagerin der Katjes Fassin GmbH & Co. KG, stellte gemeinsam mit Vera Artz, die in der Stabstelle Asyl und Integration der Stadt Emmerich tätig ist, die Initiative vor, deren maßgebliches Ziel die Integration von Flüchtlingen in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt ist. Dazu initiieren die beteiligten Unternehmen von der Belegschaft geleitete Deutschkurse, stellen Praktikumsplätze und in Zukunft Ausbildungsplätze zur Verfügung. Aus Sicht der beiden Vertreterinnen aus Emmerich ist die Initiative deshalb so erfolgreich, weil sie von der Führungsebene der beteiligten Unternehmen angestoßen wurde und dies nach innen und außen deutlich die Entschlossenheit signalisiert, einen Beitrag zur Integration zu leisten. Maßgeblich zum Erfolg trage aber auch bei, dass wesentliche regionale Akteure wie die Stadt Emmerich, die IHK oder die Agentur für Arbeit konstruktiv und kooperativ zusammenarbeiten und sich dazu regelmäßig ganz offen austauschen, stellten Vera Artz und Anette Dierks fest.

►Präsentation Netzwerk „Gemeinsame Integration“

 

 

Integration durch Sport zu fördern, hat sich in der Vergangenheit oft bewährt.
In Wuppertal wurde das Projekt TalTurnier entwickelt, das Sabine Thrien, Geschäftsleitung der GESA Beteiligungs gGmbH, gemeinsam mit Kristin Degener, Fachbereichsleiterin Integration im Jobcenter Wuppertal, vorstellte. Untermalt durch ein Video wurde den Gästen die erfolgreiche Umsetzung der Kooperation von Sport und Wirtschaft am Beispiel eines mittlerweile etablierten und sich daher regelmäßig wiederholenden Fußballturniers mit Flüchtlingen vor Augen geführt. Sabine Thrien war sich sicher, dass durch solche Aktionen Berührungsängste auf beiden Seiten abgebaut werden und sie dazu beitragen, dass sich Unternehmen dem Thema interkulturelle Öffnung verstärkt widmen.

►Präsentation Projekt TalTurnier

 

Video
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Projektvideo 1:47 min

Talkrunde, in der Staatssekretär Klute mit seinen Gästen ins Gespräch kam. (v.l.) Elif Şenel - WDR, Andreas Preuss - Manager Borussia Düsseldorf, Iva Krtalić - WDR Köln, Sophia Tiemann - Geschäftsführerin IHK NRW e.V., Klaus Klar - Vorstand und Arbeitsdir

Moderiert durch Elif Şenel von WDR 5, folgte anschließend eine  Talkrunde unter dem Motto  „Interkulturelle Öffnung 2.0 – Ziel erreicht?“, in der Staatssekretär Klute mit seinen Gästen ins Gespräch kam.

„Wo stehen wir im Prozess der interkulturellen Öffnung unserer Verbände, Institutionen, Behörden und Unternehmen?“ „Sind wir schon über den Status einer 'Willkommensgesellschaft' hinaus?“„Gibt es noch Handlungsbedarf?“ waren Leitfragen der Diskussion. Die Runde war sich einig, dass schon Vieles erreicht wurde, aber gleichermaßen noch viel zu tun sei. Damit sich die „interkulturelle Öffnung“ in Verbänden, Behörden und Unternehmen positiv entwickeln kann, sei es unabdingbar, dass insbesondere die Führungs- bzw. Leitungsebene dieses Thema als wichtig erachtet und die notwendigen Rahmenbedingungen zur Umsetzung schafft. Als Beispiel wurde der Abbau von Einstellungshemmnissen genannt. Interkulturelle Öffnung müsse als „innere Haltung gelebt werden“.
 

 

Ein besonderes Highlight war die Düsseldorfer Flüchtlingsband „Sound of Freedom“, die die Veranstaltung mit mediterran-orientalischer Musik untermalte.

Mit etwa 60 Gästen war die Veranstaltung gut besucht. Die Teilnehmer nutzten sehr rege die Möglichkeiten zum Erfahrungsaustauch und Knüpfen von Kontakten.

Die Partnerinitiative ist ein zentrales Modul aus dem umfangreichen Maßnahmenkatalog der Landesinitiative „Mehr Migrantinnen und Migranten in den öffentlichen Dienst – Interkulturelle Öffnung der Landesverwaltung“. Deren Ziel ist es unter anderem, den Anteil der Beschäftigten mit Migrationshintergrund im öffentlichen Dienst zu erhöhen, die interkulturelle Kompetenz der Landesbediensteten insgesamt zu fördern und die interkulturelle Öffnung landesweit anzustoßen.

 

Bildergalerie:

 

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