Ausbildung in Teilzeit

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Gespeichert von migration am 1. Oktober 2014
Teilzeitberufsausbildung in einer Krefelder Schreinerei, Chef, Auszubildende und TEP-Projektkoordinatorin

Qualifizierte Ausbildung in Teilzeit für junge Menschen mit Familienverantwortung

Teilzeitberufsausbildung - Einstieg begleiten - Perspektiven öffnen (TEP): Förderangebot in allen Regionen des Landes

Junge Menschen mit Familienverantwortung haben es oftmals besonders schwer, ihren Wunsch nach einer Berufsausbildung zu realisieren. Damit der Übergang in (Teilzeit)Ausbildung gelingen kann, gibt es das Programm "Teilzeitberufsausbildung – Einstieg begleiten – Perspektiven öffnen" (TEP).

Förderprogramm unterstützt beruflichen (Wieder-)Einstieg: Teilzeitberufsausbildung - Einstieg begleiten - Perspektiven öffnen (TEP)

Eine qualifizierte Berufsausbildung ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für die Integration in den Arbeitsmarkt. Vor allem junge Menschen mit Familienverantwortung haben es aber oftmals besonders schwer, ihren Wunsch nach einer Berufsausbildung zu realisieren. In dieser Situation bietet eine Ausbildung in Teilzeit Müttern und Vätern neue Wege, um erfolgreich in den Beruf einzusteigen. Die Ausbildungsform eröffnet auch Unternehmen die Chance, dem wachsenden Fachkräftebedarf zu begegnen und Auszubildende zu gewinnen.

Damit der Übergang in (Teilzeit)Ausbildung gelingen kann, hat das Land das Programm "Teilzeitberufsausbildung – Einstieg begleiten – Perspektiven öffnen" (TEP) aufgelegt. Finanziert wird das Programm mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds.

Das Landesprogramm wird seit 2011 flächendeckend in allen Regionen Nordrhein-Westfalens angeboten. TEP unterstützt Menschen mit Familienverantwortung, vor allem junge Mütter (und Väter), bei der Suche nach einem betrieblichen Ausbildungsplatz in Teilzeit und gibt Hilfestellung, um Familie und Ausbildung zu vereinbaren. Die Teilnehmenden werden gecoacht, qualifiziert und beruflich vorbereitet und während der ersten Ausbildungsmonate individuell begleitet.

Parallel zur Bildungsbegleitung der TEP-Teilnehmenden werden Unternehmen über die Möglichkeiten der Berufsausbildung in Teilzeit informiert und bei der Umsetzung unterstützt.

Zum Programm TEP informieren die Regionalagenturen des Landes. Sie halten Kontakt zu den Projektträgern vor Ort und helfen interessierten Ausbildungsuchenden und Betrieben weiter. Die Liste der Projektträger in der aktuellen Förderphase bis 2020 steht zum Herunterladen bereit.

TEP-Projekte in allen Regionen des Landes – Anschlussperspektiven finden

Über die Förderlinie stehen Mittel des Landes und des ESF bereit, um jeweils 540 Teilnahmeplätze zu finanzieren, die bei Bildungsträgern in allen Regionen in NRW angeboten werden.

Über alle bisherigen Projektrunden hinweg gelang es, für rund zwei Drittel der Teilnehmenden, berufliche Entwicklungen anzustoßen und umzusetzen. So haben zahlreiche TEP-Teilnehmerinnen erfolgreich eine Ausbildung in Teilzeit aufnehmen können, weitere Teilnehmende haben eine Anschlussperspektive gefunden, indem sie  eine  schulische Berufsausbildung oder eine Arbeit aufgenommen, ein Studium fortgesetzt oder einen Schulabschluss nachgeholt haben. Fast die Hälfte der vorwiegend weiblichen Teilnehmenden haben kleine Kinder im betreuungsintensiven Alter von unter drei Jahren, zwei Drittel sind Alleinerziehende.

Über das Programm TEP konnte die Ausbildungsbereitschaft in Betrieben erhöht werden. Die meisten Ausbildungen wurden im Bereich der IHK abgeschlossen, gefolgt vom Handwerk und einem wachsenden Anteil anderer Kammern wie Ärzte-, Anwalts- oder Landwirtschaftskammer sowie den Bezirksregierungen.

Im Rahmen des Programm-Monitoring hat die G.I.B untersucht, welche Faktoren entscheidend für die erfolgreiche Umsetzung einer begleiteten Ausbildung in Teilzeit sind. Die Ergebnisse sind in einem Arbeitspapier zusammengefasst und veröffentlicht. Ausgewertet wurden sowohl die umfangreichen Daten des Programm-Monitorings als auch Befragungen von Bildungsträgern, Teilnehmenden und Ausbildungsbetrieben.

Aus der Praxis – Chance für Betriebe und Auszubildende

Das Programm "Teilzeitberufsausbildung: Einstieg begleiten – Perspektiven öffnen" (TEP) begleitet Auszubildende und Unternehmen beim Einstieg in die Ausbildung. Die Krefelder Schreinerei Eberhard Schmitz GmbH beteiligt sich am TEP-Programm und bildet eine junge Mutter zur Schreinerin aus – zum ersten Mail in Teilzeit und als dritte weibliche Auszubildende überhaupt. Die Praxis zeigt – beide Seiten profitieren. In der Region Mittlerer Niederrhein unterstützt ein Netzwerk die Teilzeitberufsausbildung in der Region und wirbt vor allem in kleinen und mittleren Betrieben für die familienfreundliche Ausbildungsform.  

Im Interview erläutert WHKT-Geschäftsführer Andreas Oehme die Erfahrungen der Handwerkskammern mit der Teilzeitberufsausbildung.

Netzwerke in NRW unterstützen Teilzeitberufsausbildung

In Nordrhein-Westfalen engagieren sich mittlerweile 17 Netzwerke für die Teilzeitberufsausbildung. kein anderes Bundesland verfügt damit über ein ähnlich dichtes Unterstützungs-Netzwerk. An den lokalen und regionalen Bündnissen und Initiativen beteiligen sich Vertretungen aus Kammern, Regionalagenturen. Jobcentern, Agenturen für Arbeit, Gewerkschaften, Gleichstellungsstellen, Berufsschulen und Bildungsträgern. Im Interview erläutert Gisela Oster, Ausbildungsberaterin bei der Handwerkskammer Münster, warum sich die Netzwerkarbeit lohnt und konstatiert einen „Trend zu mehr Teilzeitberufsausbildung“.

Ausbildung in Teilzeit – Eckdaten und Hintergrund

Das Berufsbildungsgesetz bietet seit 2005 die gesetzliche Grundlage für eine Ausbildung in Teilzeit, wenn ein berechtigtes Interesse vorliegt (z.B. wegen der Betreuung eines Kindes). Dann kann die tägliche oder wöchentliche Arbeitszeit im Betrieb reduziert werden, während die Berufsschule weiterhin ganztags besucht wird. In der Praxis orientiert sich die Umsetzung an folgendem Modell:

  • Die Arbeitszeit einschließlich des Berufsschulunterrichts beträgt mindestens 25 Wochenstunden (bzw. 75% der wöchentlichen Arbeitszeit), in der Regel 30 Stunden.
  • Die tägliche Arbeitszeit soll höchstens sechs Stunden betragen.
  • Die Vergütung kann entsprechend der zeitlichen Verkürzung 75 Prozent betragen und wird vom Betrieb getragen.
  • Die Auszubildenden können BAB (Berufsausbildungsbeihilfe) beantragen und erhalten für sich selbst bis zu einem Alter von 25 Jahren (im Höchstfall bis 27 Jahre) und für ihre Kinder Kindergeld und weitere Hilfen..

Junge Mütter gehen häufig ohne Ausbildung in die Familienphase und verlieren danach den Anschluss an den Arbeitsmarkt. Insbesondere für Alleinerziehende ist das Risiko groß, dass sie und ihre Kinder dauerhaft in einen Zirkel von Hilfebedürftigkeit und Bildungsarmut geraten.

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