Altersarmutsfalle Teilzeit

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7. März 2017

Minister Schmeltzer warnt vor der „Altersarmutsfalle Teilzeit“

Internationaler Frauentag am 8. März

Arbeits- und Sozialminister Rainer Schmeltzer hat davor gewarnt, dass immer noch zu viele Frauen in der „Altersarmutsfalle Teilzeit“ sitzen. Anlässlich des Internationalen Frauentags (8. März) sagte der Minister: „Wer lange in Teilzeit arbeitet, hat nicht nur ein niedriges Erwerbseinkommen, sondern muss später auch mit einer niedrigen Rente rechnen.

Das Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales teilt mit:

Arbeits- und Sozialminister Rainer Schmeltzer hat davor gewarnt, dass immer noch zu viele Frauen in der „Altersarmutsfalle Teilzeit“ sitzen. Anlässlich des Internationalen Frauentags (8. März) sagte der Minister: „Wer lange in Teilzeit arbeitet, hat nicht nur ein niedriges Erwerbseinkommen, sondern muss später auch mit einer niedrigen Rente rechnen. Denn die Rente ist ein Spiegel des Erwerbslebens.“ Deshalb sei die Initiative von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles so wichtig, einen Anspruch auf Rückkehr in die Vollzeiterwerbstätigkeit gesetzlich festzuschreiben.
 
In NRW arbeiten fast drei Millionen Menschen in Teilzeit oder ausschließlich im Minijob, davon sind mehr als zwei Millionen Frauen. Männer, die in NRW im Jahr 2015 in Rente gingen, erhielten durchschnittlich 1.093 Euro Rente, Frauen 640 Euro. „An diesen Zahlen zeigt sich eindrucksvoll, dass ein geringeres Lebenseinkommen auch eine niedrigere Rente nach sich zieht“, sagte Schmeltzer. Natürlich wirke sich neben der geringeren Arbeitszeit auch der immer noch durchschnittlich niedrigere Stundenlohn bei Frauen aus. „Aber entscheidend ist: Wer lange in Teilzeit oder gar im Minijob arbeitet, kann keine existenzsichernde Rente erwarten.“
 
Gerade Minijobs als Variante der Teilzeitarbeit führten dazu, dass die Betroffenen im Alter oft keine ausreichende Rente bekommen, so der Minister. Dies gelte insbesondere, wenn sie sich von der Rentenversicherungspflicht befreien lassen. Deshalb habe das NRW-Arbeitsministerium im Rahmen der Landesinitiative „Faire Arbeit - Fairer Wettbewerb“ im Jahr 2012 ein Projekt zur Umwandlung von Minijobs in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung gestartet. „Der Erfolg kann sich sehen lassen“, sagte Schmeltzer. „Allein in den Jahren 2012 bis 2015 konnten wir 3.500 ehemalige Minijobs in ebenso viele sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse mit höheren Arbeitszeiten und Einkommen umwandeln.“
 
Fast 800.000 Frauen in NRW arbeiten in einem Minijob. Einer Studie im Auftrag des NRW-Arbeits- und Sozialministeriums aus dem Jahr 2012 zufolge verdienten damals die Hälfte der befragten Minijobberinnen und Minijobber weniger als 8,50 Euro pro Stunde; den gesetzlichen Mindestlohn gab es zu dem Zeitpunkt noch nicht. Mehr als 65 Prozent der Minijobbenden hatten noch nie den ihnen zustehenden bezahlten Urlaub genommen, und 39 Prozent der Arbeitgeber gewährten seinerzeit nicht die Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall. Ob sich hier etwas geändert hat, zeigt eine Folgestudie, die Minister Schmeltzer in etwa zwei Wochen vorstellen wird.
 
Nach Zahlen der Bundesagentur für Arbeit waren im Juni 2016 in NRW insgesamt rund 6,5 Millionen Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. In Vollzeit waren rund 4,8 Millionen beschäftigt, darunter rund 3,2 Millionen Männer und 1,6 Millionen Frauen. In Teilzeit sozialversicherungspflichtig beschäftigt waren entsprechend rund 1,7 Millionen Menschen, darunter rund 360.000 Männer und 1,36 Millionen Frauen. Hinzu kommen noch die Minijobberinnen und Minijobber. Ausschließlich geringfügig - also im Minijob - beschäftigt waren insgesamt rund 1,2 Millionen Menschen, darunter rund 440.000 Männer und rund 780.000 Frauen.

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