Öffentlich geförderte Beschäftigung in NRW

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Gegen Armut und Ausgrenzung. Öffentlich geförderte Beschäftigung in NRW

Landesprogramm unterstützt Integration von langzeitarbeitslosen Menschen in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung

In NRW werden mit dem ESF-kofinanzierten Programm "Öffentlich geförderten Beschäftigung" (ÖgB) sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse gefördert. Begleitet durch weitere Unterstützungsangebote wird die langfristige bzw. dauerhafte Integration besonders arbeitsmarktferner Personengruppen in das Erwerbsleben ermöglicht. Die Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit ist am Fördervorhaben beteiligt.

Landesprogramm unterstützt Integration von besonders benachteiligten Zielgruppen im SGB II in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung

Rund 300.000 Langzeitarbeitslose finden in Nordrhein-Westfalen nur schwer oder gar keinen Zugang zum Arbeitsmarkt. Sie gehören zu einer Zielgruppe, die mit vielfältigen Problemlagen konfrontiert ist und eine große Distanz zum Arbeitsmarkt hat. Für sie gibt es kaum noch Instrumente mit einer Integrationsperspektive in Beschäftigung. Die Landesregierung fördert deshalb zusammen mit den Jobcentern seit 2013 Projekte im Bereich „Öffentlich geförderte Beschäftigung“ (ÖgB). Durch die Schaffung von sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen verbunden mit Coaching und arbeitsmarktnaher Qualifizierung soll die berufliche Integration von Menschen mit mehreren Vermittlungshemmnissen ermöglicht werden.

Die Förderung erfolgt aus Mitteln des Landes und des Europäischen Sozialfonds. Weitere Unterstützungsleistungen erfolgen durch die Jobcenter und Kommunen.

Mehr als 2.400 Arbeitsplätze geschaffen - Informationen zum Programm

Die Integration von besonders benachteiligten Zielgruppen in das Erwerbsleben ist ein zentrales Ziel der nordrhein-westfälischen Landesregierung. Unter dem Titel „Öffentlich geförderte Beschäftigung“ werden im Rahmen der ESF-geförderten Landesarbeitspolitik Ansätze zur langfristigen und dauerhaften Integration von arbeitslosen Frauen und Männern im SGB II-Bezug umgesetzt.

Bisher wurden bzw. werden rund 100 Projekte mit etwa 2.400 Teilnehmerplätzen vor allem in gemeinnützigen und öffentlichen Betrieben gefördert. Viele der Beschäftigten waren zuvor länger als fünf Jahre arbeitslos. Über die öffentlich geförderte Beschäftigung erhalten die ehemals Langzeitarbeitslosen eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung und werden von Jobcoaches unterstützt und individuell - je nach Bedarf  und weiterer Perspektive - arbeitsmarktnah qualifiziert, um die Chancen für eine dauerhafte Integration und  den Übergang in ein nicht gefördertes Arbeitsverhältnis zu erhöhen.

Die Förderung des Landes umfasst die Bausteine Coaching, Projektleitung und Qualifizierung. Die gemeinnützigen und/oder kommunalen Projektträger stellen sozialversicherungspflichtige befristete Arbeitsplätze in unterschiedlichen Tätigkeitsfeldern zur Verfügung. Die Arbeitsplätze sind arbeitsmarktnah ausgestaltet, die Entlohnung der Beschäftigten erfolgt tariflich oder zu ortsüblichem Lohn. Vom Jobcenter erhalten die Träger je nach Leistungsvermögen der Beschäftigten einen Lohnkostenzuschuss von bis zu 75 Prozent für maximal 24 Monate. Die weiteren Lohnkosten müssen durch die Projekte selbst erwirtschaftet werden. Zur Umsetzung der Projekte kooperieren die Träger u.a. mit verschiedenen gemeinnützigen Arbeitgebern. Das Coaching und die Organisation und Koordination bedarfsgerechter Qualifizierungsangebote erfolgt durch die Träger. Die Tätigkeitsfelder reichen von handwerklichen Dienstleistungen, Tätigkeiten im Garten- und Landschaftsbau über kaufmännische und gastronomische Tätigkeiten bis hin zu personenbezogenen Assistenzleistungen im Bereich Hauswirtschaft, Betreuung und Pflege.

Im Fokus stehen erwerbsfähige Leistungsberechtigte des SGB II, die ohne diese Förderung mittelfristig keinen Zugang in das Erwerbsleben finden. Die Förderung des individuellen Lohnkostenzuschusses (SGB II) erfolgt durch die Jobcenter, weitere notwendige Unterstützungs-Bausteine wie z.B. Kinderbetreuung, Schuldner- oder Suchtberatung erfolgen durch die Kommunen im Rahmen einer Förderung nach § 16a SGB II.

Die fachliche Begleitung der ÖgB-Projekte erfolgt durch die Gesellschaft für innovative Beschäftigungsförderung (G.I.B.).

Evaluation zum Programm "Öffentlich geförderte Beschäftigung" - Downloads

Das Landesprogramm ist vom Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) und vom Institut für Sozialforschung und Gesellschaftspolitik (ISG) evaluiert worden. Ein Kurzbericht stellt die Ergebnisse vor und steht zum Herunterladen bereit. Im Fokus stehen vier Untersuchungsschwerpunkte: die Auswahl der Geförderten, Einsperreffekte während der Förderung, die pädagogische Begleitung sowie die Entwicklung der gesellschaftlichen Teilhabe unter den Geförderten. Fazit der Wissenschafttler: Mit den Projekten sei es gelungen, die richtigen Personen zu erreichen: Menschen ohne Berufsabschluss, mit Schwerbehinderung, mit gesundheitlichen oder sonstigen persönlichen Einschränkungen, aber auch Ältere, also Menschen, die wirklich Unterstützung brauchen.

Gute Praxis in den Regionen

Öffentlich geförderte Beschäftigung im Sozialkaufhaus "KadeDi" - gute Kleidung aus 2. Hand

Endlich eine echte Chance! Zehn vormals langzeitarbeitslose Personen haben über das Programm "Öffentlich geförderte Beschäftigung NRW" in einem Sozialkaufhaus der Diakoniewerk Duisburg GmbH einen sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplatz gefunden. Das ist gut für sie selbst, für die Umwelt und für die Versorgung auch einkommensschwächerer Menschen.

Gelsenkirchen: Zwei Lebensmittelmärkte beschäftigen ehemals Langzeitarbeitslose als Markthelferinnen und Markthelfer

Die Arbeitsförderungsgesellschaft GAFÖG betreibt in Gelsenkirchen zwei Lebensmittelmärkte, den Heßler-Markt sowie den kürzlich eröffneten Tossehof-Markt. Hier spielt öffentlich geförderte Beschäftigung eine entscheidende Rolle. Die vormals Langzeitarbeitslosen werden über das Programm unterstützt und sind hier als Markthelferinnen oder Markthelfer eingesetzt.

Dortmund: Beschäftigung schaffen und Stadtteil verbessern - Langzeitarbeitslose setzen Wohnhaus in Dortmunder Nordstadt in Stand

Im Rahmen des Dortmunder ÖgB-Vorhabens "Aktiv statt passiv!" hat die gemeinnützige GrünBau gGmbH ein zentrales Projekt erfolgreich abgeschlossen und damit auch bundesweit Anerkennung gefunden: In der Brunnenstraße 51 in der Dortmunder Nordstadt ist aus einer Problemimmobilie wieder ein solides Wohnhaus geworden. Die Instandsetzung organisierte der Qualifizierungs- und Beschäftigungsträger gemeinsam mit Fachfirmen aus dem Stadtteil und zwölf Beschäftigten, die zuvor alle langjährig arbeitslos waren. Das Projekt wurde mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem renommierten "Preis Soziale Stadt 2014".

Einsatzfeld Wäscherei: Langzeitarbeitslose durch begleitendes Coaching auf den allgemeinen Arbeitsmarkt vorbereiten

In Mönchengladbach haben sich im Rahmen des ÖgB-Programms drei Träger zum Verbund zusammengeschlossen und bieten insgesamt knapp 70 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze mit unterschiedlichen Tätigkeitsfeldern an. Die Neue Arbeit GmbH der Diakonie ist als Verbundpartner am ÖgB-Projekt "Sozialer Arbeitsmarkt Mönchengladbach" beteiligt: In der hochmodernen Wäscherei haben ehemals langjährig arbeitslose Frauen und Männer neue reguläre Arbeit gefunden. Einige Teilnehmende konnten bereits erfolgreich in den allgemeinen Arbeitsmarkt vermittelt werden. Möglich wurde das durch intensive Begleitung und individuelles Coaching.

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