"NRW. Das machen WIR!" - eine Zwischenbilanz. Landesaktion zeigt vorbildliche Projekte

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Geflüchtete Menschen integrieren - Projekte und Initiativen engagieren sich in NRW beispielhaft

Bilanzveranstaltung zur Landesaktion - zahlreiche Initiativen in den NRW-Kommunen - "NRW ist Integrationsland"

NRW kann Integration - das zeigt die Zwischenbilanz zur Landesaktion "NRW. Das machen WIR!“. Bereits mehr als 100 beispielhafte Projekte in ganz Nordrhein-Westfalen unterstützen geflüchtete Menschen auf dem Weg in Arbeit und Ausbildung. Einige Highlights der Aktion präsentierte die NRW-Landesregierung auf einer Veranstaltung in Düsseldorf.

Gelungene Projekte und Initiativen zur Integration geflüchteter Menschen in NRW

Die Integration geflüchteter Menschen in Arbeit und Ausbildung gelingt! Das beweisen schon heute mehr als 100 Projekte in 53 nordrhein-westfälischen Städten und Gemeinden. Ausgewählte Beispiele guter Praxis wurden am 14. März 2017 auf der Bilanzveranstaltung der Landesaktion in Düsseldorf präsentiert.

Rund 250 Besucherinnen und Besucher waren der Einladung zur Bilanzveranstaltung gefolgt und konnten sich in Düsseldorf überzeugen: NRW ist ein starkes Integrationsland!

In Aachen und Bielefeld, Dortmund und Düsseldorf, Wuppertal und Havixbeck - überall in nordrhein-westfälischen Städten und Gemeinden gibt es Initiativen mit dem Ziel, geflüchtete Menschen in Arbeit und Ausbildung zu integrieren. Dargestellt werden sie auf einer NRW-Landkarte unter www.das-machen-wir.nrw, die beweist: Der Titel der Landes-Aktion "NRW. Das machen Wir!" ist Anspruch und Wirklichkeit zugleich.

Kreativität und Engagement

Auf vorherigen, regionalen Veranstaltungen zur Landesaktion war es gelungen, die in den Regionen an der Integration geflüchteter Menschen in Arbeit und Ausbildung Beteiligten - Kammern, Unternehmen, Jobcenter, Vereine, Verbände, Bildungsträger, Ehrenamtliche und geflüchtete Menschen selbst - zusammenzubringen. Sie alle nutzten die Regionalveranstaltungen, um im Beisein von Vertretern der Landes- und Regionalpolitik, ihre Aktivitäten zur Integration in Arbeit und Ausbildung vorzustellen. Deutlich wurde auf welch unterschiedliche Art und Weise Integration gelingen kann.

Durchweg positiv wurde der bisherige Verlauf der Aktion bewertet, die von der Landesberatungsgesellschaft G.I.B. in enger Kooperation mit dem Ministerium umgesetzt wird. Die Faktoren, die es braucht, um die Aktion zum Erfolg zu führen: Menschen, Ideen, aber auch Netzwerke von Akteuren, wobei insbesondere auch auf die Bedeutung der Regionalagenturen in diesem Kontext sowie die „flächendeckende Infrastruktur“ an Integration Points, Kommunalen Integrationszentren und Migrantenselbstorganisationen verwiesen wurde.
Es wurde auch an die große Kraftanstrengung aller Kommunen in der jüngsten Vergangenheit bei der Erstunterbringung von Flüchtlingen, aber auch an „das vorbildliche Engagement“ kommunaler Einrichtungen, Verbände und Vereine sowie der vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer bei der weiteren Integration erinnert.

Arbeit und Ausbildung im Unternehmen

Dass sich deren Einsatz gelohnt hat, unterstrichen die zehn in Düsseldorf vorgestellten Projekte. Da ist zum Beispiel ein Projekt in Wuppertal, gemeinsam kreiert vom Jobcenter Wuppertal und der GESA, einem Diakonischen Sozialunternehmen. Hier trainieren junge Geflüchtete - „Trainingssprache ist Deutsch“ - gemeinsam mit Thomas Richter, einem ehemaligen Fußballtrainer des Wuppertaler SV, für ein Turnier, bei dem sie gegen Mannschaften Wuppertaler Unternehmen antreten. Integrationsbarrieren wie etwa mangelnde Sprachkompetenz oder unterschiedliche Kulturen, so der Tenor, lassen sich am ehesten im Sport überwinden.

Beim sportlichen Engagement der Flüchtlinge belassen es die Projektverantwortlichen indes nicht. Zu jedem Spiel nehmen die jungen Geflüchteten zuvor erstellte Autogrammkarten mit. Auf ihnen sind ihr Name, ihre Kontaktdaten, ihre bisherige Schul- und Berufsausbildung sowie ihre beruflichen Interessen und Talente verzeichnet. Nach dem Spiel werden die Autogrammkarten den „gegnerischen“ Unternehmen überreicht. Sie können sich später melden, wenn ihrerseits ein Interesse an einem Vorstellungsgespräch besteht. Bei Omar Bakera war das der Fall. Er kann schon bald in einem Wuppertaler Unternehmen seine Ausbildung als Elektroniker beginnen.

Beispielhaft auch das Engagement der ONI-Wärmetrafo GmbH. Eindrucksvoller lässt sich unternehmerisches Handeln kaum demonstrieren: Als die Gemeinde Lindlar bei Wolfgang Oehm, dem geschäftsführenden Gesellschafter, anfragte, ob er ein oder zwei Asylbewerbern in seinem Unternehmen einen Praktikumsplatz zur Verfügung stellen könne, ließ die erstaunliche Antwort nicht lange auf sich warten. 50 von ihnen, so der Firmenchef, wolle er einen Sprachkurs finanzieren und zehn davon wiederum könnten in seinem Betrieb ein Praktikum absolvieren - mit der schriftlich zugesicherten Option auf einen Ausbildungsplatz! „Ein Ausbildungs- oder Arbeitsplatz“, sagte Wolfgang Oehm in Düsseldorf, „ist das sicherste Mittel gegen Abschiebung.“ An der Stelle dankte er der Landesregierung, „die tatkräftig dazu beigetragen hat, dass keiner, der in unserem Unternehmen eine Stelle gefunden hat, abgeschoben worden ist - doch manchmal“, ergänzte er, „standen wir nur Millimeter davor.“

Berufsperspektiven für geflüchtete Frauen

An kreativen Ideen bei der Integration Geflüchteter in Arbeit und Ausbildung herrscht in Nordrhein-Westfalen offensichtlich kein Mangel. Im münsterländischen Havixbeck zum Beispiel begleiten  ehrenamtliche Patinnen und Paten Einzelpersonen oder Familien. Das reicht von Willkommensbesuchen und monatlichen Café-Treffs über Basis-Sprachkurse bis hin zur Einmündung in eine Ausbildung. Unterstützt wird die Arbeit der Ehrenamtlichen vom Familienbüro der Gemeinde. Ein erfolgreiches Projekt, wie Ahmad Khalifa beweist, der nach einer einjährigen Einstiegsqualifizierung jetzt seine Ausbildung als Mechatroniker beginnt.

Originell auch ein Projekt aus Bochum: Die Herausgabe einer Zeitung, deren Texte ausschließlich von Flüchtlingen geschrieben sind. Verfasst werden die Texte über deren Erfahrungen in ihren Heimatländern, auf der Flucht oder ihre Erlebnisse in Deutschland in der Regel auf Deutsch. Einzelne, auf Arabisch geschriebene Texte werden im Team übersetzt. Das trägt zugleich zum Deutschlernen bei. Mittlerweile wurde „Neu in Deutschland. Zeitung über Flucht, Liebe und das Leben“ mit dem „Deutschen Lesepreis“ der Stiftung Lesen und der Commerzbank-Stiftung ausgezeichnet.

Weil beim Thema berufliche Integration, Ausbildung und Studium bisher eher junge männliche Flüchtlinge im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen, möchte eine Dortmunder Projektgruppe die Chancen gut qualifizierter geflüchteter Frauen auf dem Arbeitsmarkt verbessern. Dazu hospitieren sie für etwa sechs Monate in Dortmunder Unternehmen oder Organisationen und werden dabei von innerbetrieblichen Mentorinnen oder Mentoren begleitet. „15 Unternehmen machen bereits mit“, sagt Dr. Monika Goldmann vom Dortmunder Forum Frau und Wirtschaft e.V., „doch die Zahl der beteiligten Betriebe steigt.“ Profitiert hat vom Projekt auch Nour Taleb, Umweltingenieurin aus Syrien, ein Land, in dem die Hälfte derjenigen, die ein Studium absolvieren, Frauen sind. Die Hospitation in einem Unternehmen sieht Nour Taleb als unabdingbar an: „Nur so kann ich auch die deutsche Fachsprache lernen und meine in Syrien erworbenen Qualifikationen den Anforderungen anpassen, die der deutsche Arbeitsmarkt stellt.“

Integration, so die Bilanz zum Schluss der Veranstaltung, ist machbar! NRW ist ein starkes Integrationsland, das bestätigten die vorgestellten Beispiele.

 

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