Gute Praxis im Kreis Soest

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Gespeichert von migration am 1. Oktober 2014
Foto: Zwei Bauhelfer

"Wir haben junge Leute als Nachwuchskräfte gewonnen, die zu unserem Betrieb passen"

Fachbetrieb beteiligt sich am Landesprogramm JA plus - Engagement lohnt sich

Im Kreis Soest beteiligt sich der Fachbetrieb für Diamant-, Bohr- und Sägetechnik GmbH am Landesprogramm JA plus – mit nachhaltig positiven Erfahrungen. Zwei ehemalige JA-Teilnehmer sind dort inzwischen mit unbefristetem Arbeitsvertrag beschäftigt. Eine gute Einarbeitung ist für die Geschäftsinhaber selbstverständlich.

Echte Einstiegschance – Fachbetrieb engagiert sich für Jugendliche mit Unterstützungsbedarf und gewinnt kompetente Mitarbeiter

Jugend in Arbeit plus ist ein Programm, bei dem nicht nur die Jugendlichen, sondern auch die Unternehmen profitieren. Im Kreis Soest beteiligt sich der Fachbetrieb für Diamant-, Bohr- und Sägetechnik GmbH von Ulrich und Susanne Schütte am Landesprogramm – mit nachhaltig positiven Erfahrungen. Der Einsatz für eine qualifizierte Begleitung und Einarbeitung, sagen die engagierten Geschäftsinhaber, hat sich für alle Beteiligten gelohnt: Zwei ehemalige JA-Teilnehmer sind seit über fünf Jahren bei ihnen beschäftigt und haben einen unbefristeten Arbeitsvertrag erhalten. Derzeit ist wieder ein Jugendlicher über JA plus in der Firma tätig. Auch er hat gute Aussichten, langfristig in dem Fachbetrieb zu bleiben.

Personal finden, das zum Betrieb passt

Der Fachbetrieb aus Erwitte-Schallern im Kreis Soest ist auf Säge- und Bohrarbeiten spezialisiert und arbeitet vor allem als Subunternehmen von größeren Bauunternehmen. Als neuer zertifizierter Geschäftsbereich sind Bohrungen für Brunnen und Erdwärme hinzugekommen, den künftig der Sohn der Geschäftsinhaber, Dominik Schütte, verantworten soll.

Die Einarbeitung der JA-Teilnehmenden hat der Juniorchef und Metallbaumeister zum Teil intensiv mitbegleitet. „Die Kammer hat uns über das Programm geeignete junge Leute vorgeschlagen, die zu unserem Betrieb passen. Das ist viel einfacher als über Stellenanzeigen. So haben wir heute zwei sehr gut geschulte Mitarbeiter, die als Bauhelfer zuverlässig und selbständig arbeiten und in jedem anderen Fachbetrieb unterkommen würden.“

Der aktuelle JA-Teilnehmer arbeitet als Brunnenbaugehilfe und soll nach der Einarbeitung vor allem im neuen Geschäftsbereich eingesetzt werden. Dafür, so der Plan, wird er demnächst an einem speziellen Lehrgang teilnehmen und die Zusatzqualifikation zum Bohrgeräteführer erwerben. Die Chefs sind zuversichtlich, langfristig ebenfalls einen neuen kompetenten Mitarbeiter zu gewinnen.

Unterstützung durch die JA-Koordinatorinnen und -Koordinatoren 

Im Rahmen des ESF-geförderten Programms erhalten die einstellenden Betriebe Unterstützung durch die JA-Koordinatorinnen und -Koordinatoren der Kammern. Sie schlagen gezielt geeignete Bewerber und Bewerberinnen vor, helfen bei Antragstellung und Eingliederungszuschuss und stehen als Ansprechpartner bereit. Als Gegenleistung bieten die Betriebe ein tarif- bzw. ortsüblich entlohntes Arbeitsverhältnis, garantieren branchenübliche Arbeitszeiten und gewährleisten eine qualifizierte Einarbeitung.

Die Firma Schütte beteiligt sich seit 2005 als Kooperationspartner bei JA plus und die Zusammenarbeit mit der Kammer funktioniert reibungslos.

Arbeit mit dauerhafter Perspektive ermöglicht

Für Alexandr Petrusenko und Mujo Jasari hat sich das bestätigt. Die beiden jungen Männer kamen 2007 und 2008 über JA plus zur Firma, beide damals arbeitslos, ohne Ausbildung und mit wenig Zukunftsperspektive auf dem ersten Arbeitsmarkt.

Bereits beim Praktikum zum gegenseitigen Kennenlernen haben sie die Geschäftsinhaber und künftigen Chefs überzeugt. „Die beiden waren damals 21 Jahre alt und brachten wenig Arbeitserfahrung mit. Sie waren aber ungeheuer einsatzbereit. Deshalb wollten wir es auf jeden Fall mit ihnen versuchen“, berichten Susanne und Ulrich Schütte.

Alexandr Petrusenko kam Mitte der 2000er Jahre zusammen mit seiner Mutter und seinem Bruder aus Russland nach Deutschland. Angesichts geringer Sprachkenntnisse hatte er auf dem ersten Arbeitsmarkt kaum Chancen. Für Geschäftsführer Ulrich Schütte ist er heute einer seiner Top-Mitarbeiter, der sich auch gegenüber Bauherren und Baustellenleitern freundlich und bestimmt durchsetzen kann. Zur Weiterqualifikation hat er ihn auf einen Fachlehrgang nach Bayern geschickt und sogar die Kosten für einen Anhängerführerschein zum Transport der schweren Arbeitsgeräte finanziert. Für Alexandr Petrusenko ist es der größte Erfolg, dass er einen unbefristeten Arbeitsvertrag bekommen hat und damit einen „festen Platz im Leben“. Im Betrieb fühlt er sich wohl und möchte bleiben, „solange die Kräfte reichen“.

Auch Mujo Jasari, geboren im Kosovo, arbeitet gerne im Betrieb und schätzt die gute Zusammenarbeit mit den Kollegen und den Chefs, die selbstverständlich mit auf die Baustellen hinausfahren und Hand anlegen. Der junge Mann lebt mit seiner Familie seit 1992 mit befristetem Aufenthaltsstatus in Soest und tat sich anfangs besonders schwer. Vom Juniorchef wurde er geduldig und umfassend eingearbeitet. „Er hatte kaum handwerkliche Erfahrung, aber ich habe noch nie jemanden erlebt, der so arbeitswillig und lernbegierig war“, sagt Dominik Schütte. Inzwischen hat auch Mujo Jasari einen unbefristeten Arbeitsvertrag und damit die Aussicht, langfristig in Deutschland bleiben zu können.

Dass die beiden sich so hervorragend weiterentwickelt haben, darauf sind Susanne und Ulrich Schütte zu Recht stolz. „Es kostet Anstrengung, aber es macht auch viel Spaß, junge Leute weiterzubringen und ihnen zu helfen, im Arbeitsleben Fuß zu fassen.“

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