JA plus - Fachtreffen und Austausch der Akteure

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Jugend in Arbeit plus - erfolgreiches Landesprogramm setzt auf Weiterentwicklung

Das ESF-geförderte Landesprogramm "Jugend in Arbeit plus" vermittelt seit 18 Jahren erfolgreich. Akteure treffen sich zum Austausch und zur Weiterentwicklung des Programms

"Jugend in Arbeit plus" ist eines der erfolgreichsten Programme in NRW und unterstützt arbeitslose junge Menschen wieder in Beschäftigung zu kommen. Rund 30 Akteure aus den Regionalagenturen, Kammern und Trägern trafen sich in Düsseldorf zum fachlichen Austausch. Zentrale Frage: Wie lässt sich das ESF-geförderte Programm optimieren und weiterentwickeln. Im Interview erläutern drei Akteure ihre Erfahrungen aus der Praxis. Bericht und Fotogalerie zum Fachtreffen.

In Düsseldorf diskutierten auf einem Fachtreffen im Mai 2017 rund 30 Akteure aus den Regionalagenturen, Kammern und Trägern darüber, wie sich das erfolgreiche Landesprogramm "Jugend in Arbeit plus" optimieren und weiterentwickeln lässt.

"Jugend in Arbeit plus" wird seit 18 Jahren erfolgreich durchgeführt. Das Programm will Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die sich mit dem Jobeinstieg besonders schwer tun und Unterstützungsbedarf haben, eine passgenaue sozialversicherungspflichtige Beschäftigung vermitteln und ihnen so wertvolle Berufserfahrung ermöglichen.

Kennzeichnend für das Programm ist die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit der beteiligten Akteure. Dazu zählen die Beraterinnen und Berater der Träger, die Kammerfachkräfte, Jobcenter und Arbeitsagentur, Regionalagenturen, G.I.B. und Arbeitsministerium NRW.

Seit Beginn im Jahr 1998 sind bis Ende 2016 rund 90.000 Jugendliche in das Programm eingetreten. Von diesen Teilnehmerinnen und Teilnehmern fanden gut 44.000 den Übergang in eine Erwerbstätigkeit.

"Trotz großer Erfolge", sagt Jürgen Kempken von der Gesellschaft für innovative Beschäftigungsförderung (G.I.B.), die das Programm im Auftrag des Arbeitsministeriums fachlich begleitet, "wollten wir wissen, wie sich das Landesprogramm optimieren und weiterentwickeln lässt."

Optimierung der Programmumsetzung

Dazu wurden bereits im Herbst 2016 zwei Arbeitskreise ins Leben gerufen, die sich aus Praktikern vor Ort, das heißt Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der  Regionalagenturen und Kammer sowie Beraterinnen und Beratern, zusammensetzen. Zur Auswertung ihrer Ideen und Vorschläge sowie zur weiteren Planung trafen sich jetzt rund 30 Vertreterinnen und Vertreter der beiden Arbeitskreise bei einem gemeinsamen Workshop in Düsseldorf.

Hinsichtlich der Optimierung standen gleich vier Aspekte im Zentrum der Diskussion: die Akquise der Teilnehmenden, deren Beratung und Vermittlung sowie die Netzwerkarbeit der Partner untereinander.

Ganz konkret sind die Vorschläge hinsichtlich einer optimierten Akquise: Da die Jugendlichen nicht von der Initiative frei akquiriert, sondern von Jobcenter und Arbeitsagentur zugewiesen werden, sollen zukünftig gemeinsame Veranstaltungen mit den beiden Einrichtungen auf das Programm aufmerksam machen und Jugendliche zur Teilnahme ermutigen. Jürgen Kempken: "Wenn sie dann eine Einwilligungserklärung unterschreiben, sind sie sofort mit dabei."

Hinsichtlich der Beratung stellte sich die Frage, wie sich Jugendliche speziell mit psychischen  Problemen besser beraten lassen, denn deren Zahl ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Und: Wie können Beraterinnen und Berater eine psychische Erkrankung erkennen? Der G.I.B.-Mitarbeiter: "Das ist ein großes Thema, das bislang noch nicht angegangen worden ist. Das wollen wir jetzt ändern! Angesichts des offenen Arbeitsmarkts haben wir jetzt vielleicht erstmals eine Chance, auch diese Jugendlichen zu integrieren."

Genauso konstruktiv sind die Vorschläge zum Thema "Vermittlung". Hier geht es darum, die Bereitschaft der Betriebe zu erhöhen, auch schwierigere Jugendliche einzustellen. Dazu wollen die Kammern bei Veranstaltungen mit den Betrieben immer wieder auf das erfolgreiche Programm hinweisen. Jürgen Kempken: "Obwohl Jugend in Arbeit plus mittlerweile sehr bekannt ist, ist es doch nicht jedem Betrieb jederzeit präsent."

Wie sich die Netzwerkarbeit optimieren lässt, dokumentierte ein in der Stadt Köln veröffentlichtes Handbuch zum Programm, in dem etwa Regelungen der Zusammenarbeit zwischen Beratern und Kammern, der Matchingprozess oder die Aufgaben der einzelnen Partner – speziell ausgerichtet auf die Region – detailliert beschrieben sind.

Nach übereinstimmendem Urteil des Workshops kann das Handbuch eine Inspirationsquelle für andere Akteure sein, in ihrer Region oder Kommune etwas Vergleichbares zu entwickeln. Zukünftig sollen auch aus anderen Regionen Positivbeispiele zusammengetragen werden. Ergebnis soll eine Art "Baukasten" für Ideen und Methoden sein, aus denen sich jede Region das für sie passende auswählen kann. Präsentiert werden soll das Resultat der Überlegungen und Nachforschungen gleich beim nächsten Austauschtreffen.

Geplant ist zudem, die Öffentlichkeitsarbeit zu intensivieren. Neben den vom Land NRW publizierten Flyern wollen die Regionen eigene Formate entwickeln. Einen einheitlichen Leitfaden für alle Regionen aber wird es nicht geben. Jürgen Kempken: "Dafür sind die Regionen sozial und ökonomisch viel zu heterogen."

Weiterentwicklung des Programms

Zweites großes Workshop-Thema war die Weiterentwicklung des Programms. Nicht an eine Vereinheitlichung der unterschiedlichen regionalen Strategien ist dabei gedacht, sondern an eine Orientierung, eine Art Leitbild zum Programm: zur Außendarstellung mit Wirkung über die einzelnen Regionen hinaus, aber auch um die Akteure noch enger zusammenzuführen.

Intensive Diskussionen hierzu produzierten eine Fülle von Vorschlägen unterschiedlicher Qualität. Sie alle sind jetzt im Detail zu sichten und zu bewerten. Auch hier gilt: Beim nächsten Austauschtreffen wird ein Entwurf präsentiert.

Bei der Gestaltung des kommenden Austauschtreffens hat das Wort der regionalen Akteure Gewicht. Jürgen Kempken: "Wir wollen keine Standardveranstaltung mit zwei oder drei Referenten. Es ist gut, wenn die Praktiker vor Ort an der Gestaltung beteiligt sind, wenn sie sagen, was sie interessiert und bewegt, denn sie wissen am besten, wo es Probleme und wo es etwas zu korrigieren gibt."

Wie wichtig die Austauschtreffen sind, dokumentiert die Zahl der Teilnehmenden: An den Austauschtreffen in den drei Regionen Westfalen, Ruhrgebiet und Rheinland nehmen jeweils 60 bis 80, zusammen also rund 200 Personen teil. Jürgen Kempken: "Das Programm läuft, aber ein Selbstläufer ist es dennoch nicht. Die Akteure sind immer wieder aufs Neue gefordert."

Erfolgsgarant Kooperation

Das Engagement der Beteiligten und die überwältigende Summe ihrer Erfolge sind mittlerweile weit über die Landesgrenzen von Nordrhein-Westfalen hinaus bekannt. Anfragen zum Programm aus anderen Bundesländern häufen sich. Darüber hinaus ist die Initiative Bestandteil einer geplanten Studie der EU. Jürgen Kempken: "Die hohe Vermittlungsquote der Initiative hat national wie international Aufsehen erregt. Niemand aber weiß besser als wir selbst, dass kein Akteur allein den Erfolg zustande gebracht hätte. Das schaffen nur alle zusammen."

Akteure im Interview - Erfolgreich vor Ort und in der Region

Drei Akteure erläutern im Interview ihre Erfahrungen aus der Praxis mit dem JA plus.

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