Integration und Sprache

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Deutschkurs für Flüchtlinge

Integration und Sprache

Wichtigste Voraussetzung für eine gelingende Integration in Deutschland ist die Beherrschung der deutschen Sprache. Nur wer die deutsche Sprache beherrscht, hat die Chance, erfolgreich an Bildung und Beschäftigung teilzuhaben. Ohne eine gemeinsame Sprache misslingt Kommunikation, ist das friedliche Zusammenleben gefährdet. Deshalb setzt sich die Landesregierung für die frühzeitige Vermittlung von Sprachkenntnissen für Zugewanderte ein.

Neben der Beherrschung der deutschen Sprache wird heutzutage auch die Zwei- und Mehrsprachigkeit angesichts der europäischen Integration und Globalisierung immer wichtiger. Sie dient der individuellen Entwicklung des Einzelnen und eröffnet neue, grenzüberschreitende soziale und ökonomische Perspektiven. Hier liegt ein nicht zu unterschätzendes Potenzial der Zuwanderinnen und Zuwanderer, das es intensiv zu nutzen gilt. Gerade auch im Hinblick auf die Ökonomie, die Finanzierungskraft und die Attraktivität der Kommunen stellt das mehrsprachige Potenzial der eingewanderten Menschen einen zunehmend wichtigen Faktor dar.

Das am 01.01.2005 in Kraft getretene Zuwanderungsgesetz hat die Grundlagen dafür geschaffen, dass die Menschen, die neu nach Deutschland einwandern, so früh und umfassend wie möglich Deutsch lernen. Mit dem Zuwanderungsgesetz ist erstmals eine bundesgesetzliche Verantwortung für Integrationskurse definiert worden. Die Integrationskurse bestehen aus einem Sprachkurs (600 Unterrichtsstunden, bei speziellen Zielgruppen bis zu 900 Stunden) und einem Orientierungskurs (100 Stunden), in dem die Zuwanderer über Recht, Kultur und Geschichte Deutschlands informiert werden. Informationen zu den Integrationskursen finden Sie im Internetportal Integration des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge.

Kinder / Jugendliche

Integration ist dann erfolgreich, wenn sie bereits im frühen Kindesalter beginnt. Dabei wird ein Schwerpunkt auf die Förderung der sprachlichen Kompetenz bereits im vorschulischen Bereich (Elementarbereich) und auf ihre gezielte Fortsetzung in der Grundschule gelegt.
Bereits im Kindergarten muss systematisch mit einer Sprachförderung begonnen werden, damit möglichst alle Kinder bei Schulbeginn im sprachlichen Bereich gleiche Startchancen haben.

Sprachstandsfeststellung zwei Jahre vor der Einschulung

Unterricht in der Herkunftssprache

 

Erwachsene

Sprachfördernde Maßnahmen schaffen die Voraussetzungen für eine gelingende Integration und den Zugang zu Qualifizierungs- und Beschäftigungsangeboten.

Mit dem Grundangebot an Integrationsförderung in Form von Integrationskursen nach dem Zuwanderungsgesetz – wird das Sprachkursangebot früher und zielgerichteter an Neuzuwanderinnen und -zuwanderer herangetragen.

In die Integrationsgrundförderung werden auch bereits länger in Deutschland lebende Zugewanderte einbezogen, sog. nachholende Integration.

Das Zuwanderungsgesetz regelt seit seinem In-Kraft-Treten am 1. Januar 2005 die Sprachförderung für erwachsene Zugewanderte in Form eines Grundangebotes. Detaillierte Informationen finden Sie in diesem Abschnitt unter „Integrationskurse".

Neben diesem gesetzlich festgelegten Sprachförderangebot wird es auch weiterhin Sprachfördermaßnahmen geben, zum einen zur Vertiefung der erworbenen Kenntnisse, zum anderen auch für Personenkreise, die nicht von dem gesetzlichen Förderangebot erfasst werden.

Agenturen für Arbeit

Akademikerprogramm (AKP)

Angebote zur Sprachförderung

Die Verbände der Freien Wohlfahrtspflege

Euro-Schulen-Organisation (ESO)

Garantiefonds (RL-GF-H)

Goethe-Institut

inlingua

Integrationskurse

Otto Benecke Stiftung e.V. (OBS)

Volkshochschulen

Weiterbildungsakademien

Kostenloser Audiosprachkurs für Flüchtlinge

 

Lernen-online
Das Internet bietet deutlich mehr als lediglich Informationen. An vielen Stellen im Netz und bei zahlreichen Institutionen finden sich Möglichkeiten zum Lernen, das heißt Wissen ist so aufbereitet und in einen didaktischen Rahmen gestellt, dass es zum Beispiel zum selbständigen Lernen befähigt. Die folgenden Seiten informieren über derartige Möglichkeiten; eindeutiger Schwerpunkt sind dabei Angebote zum Spracherwerb.
 

Deutsch lernen mit der Deutschen Welle

Die Deutsche Welle bietet Deutsch-Sprachkurse in der Grundstufe, Mittelstufe sowie Kurse für Deutsch in der Wirtschaft an. Sie haben die Möglichkeit Audiodateien direkt am Computer zu hören und können sich die Begleitbücher herunterladen.

www.dw-world.de
 

Unterricht Deutsch als Fremdsprache

Der Internet-Service für den Unterricht Deutsch als Fremdsprache bietet ein Forum, eine Übungsdatenbank, Einstufungstests und Informationen für Lehrer. Dazu gehört beispielsweise eine umfangreiche Linkliste.

www.deutsch-als-fremdsprache.de
 

Goethe-Institut

Das Goethe-Institut setzt international anerkannte Standards im „Deutsch als Fremdsprache"-Unterricht. Es führt Sprachkurse durch, erarbeitet Lehrmaterialien, bildet Lehrende fort und nimmt an wissenschaftlichen Forschungen und sprachenpolitischen Initiativen teil.

www.goethe.de
 

Fachverband Deutsch als Fremdsprache (FaDaF)

Der FaDaF hat sich zum Ziel gesetzt, das Erlernen der deutschen Sprache zu unterstützen. Weiterhin fördert der Verband das Studium von Ausländerinnen und Ausländern in Deutschland, das Fach Deutsch als Fremdsprache (DaF) sowie die Aus- und Fortbildung von Lehrkräften und des wissenschaftlichen Nachwuchses.

www.fadaf.de

Early Intervention NRW+

Schneller Einstieg in Sprachkurse für Flüchtlinge

Das nordrhein-westfälische Integrationsministerium fördert den schnellen Einstieg in Sprachkurse für Flüchtlinge mit guter Bleibe- und Jobperspektive mit bis zu vier Millionen Euro.

Das Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales (MAIS) des Landes Nordrhein-Westfalen kümmert sich im Rahmen des Programms „Early Intervention NRW+“ gemeinsam mit der Bundesagentur für Arbeit um eine rasche Perspektive für Flüchtlinge auf ihrem Weg in den Arbeits- und Ausbildungsmarkt. Schlüssel für einen erfolgreichen Einstieg in den Job ist die deutsche Sprache. Das Ministerium fördert deshalb Basissprachkurse für Flüchtlinge mit guter Bleibe- und Jobperspektive, und zwar noch vor dem Abschluss des Anerkennungsverfahrens. In Münster ist jetzt einer der ersten Sprachkurse für Teilnehmer des Projekts „Early Intervention NRW+“ an den Start gegangen.

Es geht lebhaft zu. 15 Menschen aus neun Nationen versuchen deutsche Wörter nachzusprechen, Sätze zu bilden und die Grammatik zu begreifen. Deutsch ist keine leichte Sprache, darin sind sich die Männer und Frauen, die an diesem Vormittag den Basisdeutschkurs der GEBA, Gesellschaft für Berufsförderung und Ausbildung mbH, in Münster besuchen, einig. Trotzdem macht das Deutschlernen offensichtlich allen Spaß. Sie sind motiviert und konzentriert bei der Sache, denn sie wissen: Die Sprache ist der Schlüssel, um an der Gesellschaft teilzuhaben und erfolgreich eine Arbeit ausüben zu können. Und das möchten sie alle gerne. NRW-Integrationsstaatssekretär Thorsten Klute bestätigt die Kursteilnehmerinnen und Kursteilnehmer: „Das Beherrschen der Sprache ist die Eintrittskarte in den Arbeitsmarkt. Daher engagiert sich die Landesregierung hier ganz besonders“.

Die Deutschschüler nehmen daher am Programm „Early Intervention NRW+“ des Ministeriums und der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster teil. Ziel ist es, Flüchtlingen mit einer hohen Bleibeperspektive frühzeitig auf dem Weg in Ausbildung oder Job zu beraten und unterstützen.

Die Voraussetzungen dafür sind gut. Die Teilnehmer des Programms sind motiviert, ehrgeizig und möchten schnell wieder in ihrem Beruf arbeiten oder eine Ausbildung absolvieren - das erhöht den Anreiz, die Sprache zügig zu lernen. Das bestätigt Joachim Fahnemann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster: „Viele der Flüchtlinge sind gut qualifiziert, hoch motiviert und wollen sich hier ein selbstbestimmtes Leben aufbauen. Gleichzeitig werden Fachkräfte in einigen Branchen und Berufsfeldern bereits jetzt dringend gesucht. Hierin liegen große Chancen sowohl für die Einwanderer als auch für den Arbeitsmarkt“. Die 15 Sprachschüler in Münster profitieren von diesem Engagement und dem neuen Angebot des MAIS. Als erstes Flächenland fördert das Landesministerium 300-stündige Basissprachkurse für Flüchtlinge mit Bleibe- und Jobperspektive. „Mit unserer Initiative setzen wir ein weiteres Ergebnis des ersten Flüchtlingsgipfels um: Asylbewerberinnen und Asylbewerbern die sprachlichen Grundvoraussetzungen zur frühzeitigen Arbeitsmarktintegration zu vermitteln“, unterstreicht Thorsten Klute, Staatssekretär im Landesministerium. Bis zu vier Millionen Euro aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds stellt das Land dafür zur Verfügung. „Wir wissen, dass dies eine wichtige Investition zur Integration der Zuwandernden und in die Zukunft unseres Landes ist“, so Klute.

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