Gute Beispiele der Integrationsarbeit

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Kinder auf dem Landesfest NRW mit roter aufgesteckter Nase

Gute Beispiele der Integrationsarbeit

Überall dort, wo Menschen aufeinander treffen, gibt es gelungene Beispiele für Integration oder auch für Willkommenskultur. Sie machen das Zusammenleben in NRW besser.

Dies gilt für das interkulturelle Familienleben und setzt sich fort im Zusammenleben im Quartier mit Menschen unterschiedlicher Herkunft. Ob Schule, Ausbildung, Arbeitswelt oder Sport, Kultur und Freizeit. Hier finden Sie einige dieser guten Beispiele der Integration in Nordrhein-Westfalen:

Flüchtlingshilfe vor Ort

Schneller Einstieg in Sprachkurse für Flüchtlinge

Das nordrhein-westfälische Integrationsministerium fördert den schnellen Einstieg in Sprachkurse für Flüchtlinge mit guter Bleibe- und Jobperspektive mit bis zu vier Millionen Euro.

Das Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales (MAIS) des Landes Nordrhein-Westfalen kümmert sich im Rahmen des Programms „Early Intervention NRW+“ gemeinsam mit der Bundesagentur für Arbeit um eine rasche Perspektive für Flüchtlinge auf ihrem Weg in den Arbeits- und Ausbildungsmarkt. Schlüssel für einen erfolgreichen Einstieg in den Job ist die deutsche Sprache. Das Ministerium fördert deshalb Basissprachkurse für Flüchtlinge mit guter Bleibe- und Jobperspektive, und zwar noch vor dem Abschluss des Anerkennungsverfahrens. In Münster ist jetzt einer der ersten Sprachkurse für Teilnehmer des Projekts „Early Intervention NRW+“ an den Start gegangen.

15 Menschen aus neun Nationen versuchen deutsche Wörter nachzusprechen, Sätze zu bilden und die Grammatik zu begreifen. Deutsch ist keine leichte Sprache, darin sind sich die Männer und Frauen, die an diesem Vormittag den Basisdeutschkurs der GEBA, Gesellschaft für Berufsförderung und Ausbildung mbH, in Münster besuchen, einig. Trotzdem macht das Deutschlernen offensichtlich allen Spaß. Sie sind motiviert und konzentriert bei der Sache, denn sie wissen: Die Sprache ist der Schlüssel, um an der Gesellschaft teilzuhaben und erfolgreich eine Arbeit ausüben zu können. Und das möchten sie alle gerne. NRW-Integrationsstaatssekretär Thorsten Klute bestätigt die Kursteilnehmerinnen und Kursteilnehmer: „Das Beherrschen der Sprache ist die Eintrittskarte in den Arbeitsmarkt. Daher engagiert sich die Landesregierung hier ganz besonders“.
 

Sport

Christoph MetzelderInterview mit Christoph Metzelder

Christoph Metzelder Stiftung

Herr Metzelder, Sie haben im Jahr 2006 eine Stiftung für sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche gegründet und wollen nunmehr ein Integrationsprojekt auflegen. Was istgeplant?

Mit meiner Stiftung engagieren wir uns in den Bereichen Bildung, Ausbildung, Integration und der Bekämpfung von Kinderarmut. Gerade bei unseren Förderprojekten in Nordrhein- Westfalen spiegelt sich der Bereich Integration in allen Projekten wider. Der Düsseldorfer Stadtteil Bilk zum Beispiel in dem wir seit diesem Jahr den Kinderclub „Kibi” unterstützen, zeichnet sich durch einen hohen Anteil an Kindern mit Migrationshintergrund aus. Der Kinderclub bietet den 6 bis 14jährigen unterschiedlichster Nationalitäten täglich eine spezielle Übermittagsbetreuung an.
Nach einem gemeinsamen Mittagessen erhalten sie in Kleingruppen Unterstützung bei den Hausaufgaben, der Aufarbeitung von schulischen Defiziten und bei der Vorbereitung auf Klassenarbeiten. Neben dem „Spaß am Lernen” möchte das Team des „Kibi” vor allen Dingen das Selbstbewusstsein der Kinder stärken.
 

Spielt bei dem Projekt Fußball eine Rolle?

Sport und insbesondere der Fußball ist ein wichtiger Integrationsfaktor. Durch den Fußball hatte ich das Glück mit Mitspielern unterschiedlichster Nationalitäten zusammenzuspielen und deren Kulturen kennenzulernen. Dennoch habe ich bei der Gründung der Stiftung bewusst vermieden, den Sport im Allgemeinen und Fußball im Speziellen mit unseren Zielen zu vermengen. Bildung, Ausbildung und Integration sind für mich von zentraler Bedeutung für die Zukunft unseres Landes.
 

War die Tatsache, dass Sie in der Nähe des Ruhrgebietes aufgewachsen sind und seit langem Menschen mit Migrationshintergrund kennen, bei der Stiftungsgründung entscheidend?

Neben der Erziehung meiner Eltern, die mir schon früh vermittelt haben, an diejenigen zu denken, denen es schlecht geht, war gerade meine Zeit im Ruhrgebiet und die Begegnungen mit vielen jungen Menschen unterschiedlichster Nationalitäten der Beweggrund meine Stiftung zu gründen.
 

Sie fördern Projekte bezüglich der Bekämpfung der Kinderarmut, Bildung, Ausbildung und Integration. Wie sieht die Bilanz Ihrer Stiftung nach fast sieben Jahren aus?

Die vergangenen sieben Jahre waren eine sehr schöne, intensive und erfolgreiche Zeit. Viel konnten wir bewegen und vorantreiben. So fördern wir mittlerweile 15 Projekte in ganz Deutschland und unterstützen täglich mehr als 500 Mädchen und Jungen auf ihrem Lebensweg.
 

Was könnte noch verbessert werden?

Auch wenn jedes Kind in Deutschland das Recht auf eine Schulbildung hat, wächst die Zahl derer, die aus unterschiedlichsten Gründen die Schule nicht erfolgreich absolvieren können und denen somit schon beim Start ins Leben viele Möglichkeiten verwehrt bleiben. Gerade Jugendliche mit Migrationshintergrund benötigen oftmals Hilfe, um ihre Schullaufbahn erfolgreich zu bewältigen.
Bildung ist der wichtigste „Rohstoff” unserer Gesellschaft und ermöglicht jungen Menschen ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. Aus diesem Grund setzen wir uns auch in Zukunft für gerechte Bildungsmöglichkeiten von Kindern und Jugendlichen ein.
 

Wie könnte jeder einzelne in unserem Bundesland dazu beitragen, dass Integration besser gelingt?

Deutschland hat jetzt schon ein starkes Fundament an ehrenamtlichen Helfern. Auf diesem freiwilligen Engagement fußt eine gerechte Gesellschaft. Aber es werden noch mehr Menschen Aber es werden noch mehr Menschen benötigt, die Erfahrung, Wissen und Zeit zur Verfügung stellen. Gerade die Kinder und Jugendlichen, mit denen wir uns beschäftigen, benötigen individuelle Betreuung und Anerkennung, um an sich und ihre Fähigkeiten zu glauben. Dass jeder Mensch eine Begabung hat, daran glaube ich zutiefst!
 

Sie haben Ihre Fußball-Karriere quasi beendet. Was kommt danach?

Ab der kommenden Saison werde ich das Team von SKY als Experte bei den Spielen der Bundesliga und der Champions League unterstützen. Auch die Arbeit für meine Stiftung möchte ich weiter vorantreiben.

 

Interview: Myriana Marconi-Dybowski

 

Antidiskriminierung

NRW – vernetzt gegen Diskriminierung

Antidiskriminierungsarbeit wird in Nordrhein-Westfalen (NRW) als integraler Bestandteil der Integrationspolitik betrachtet. Bereits seit Anfang der 90er Jahre hat die Landesregierung Nordrhein-Westfalen kontinuierlich die Förderung von Maßnahmen und Projekten gegen Diskriminierung, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus aufgebaut und konzeptionell weiterentwickelt.

Seit Mitte der neunziger Jahre fördert sie fünf Projekte, die sich ausschließlich mit der Diskriminierung von Zugewanderten und Angehörigen ethnischer Minderheiten auseinandersetzen. Diese Projekte, die in Köln, Siegen, Aachen, Dortmund und Duisburg angesiedelt sind, erkunden Erscheinungsformen und Hintergründe von Diskriminierung und entwickeln praktische Methoden und Strategien zu deren wirksamer Bekämpfung.

Die fünf Antidiskriminierungsprojekte werden seit dem Jahre 2009 als Integrationsagenturen mit spezieller Servicefunktion für Antidiskriminierungsarbeit gefördert. Seit 2009 ist die Bekämpfung von Diskriminierung und Rassismus eine der Förderschwerpunkte des Landesprogramms „Integrationsagenturen”. Ihre Schwerpunkte bestehen in der Beratung, Vernetzung, Information und Qualifizierung innerhalb der Antidiskriminierungsarbeit.

Als Anlauf- und Beratungsstelle werden Menschen, die von Diskriminierung betroffen sind, beraten, unterstützt und begleitet. Als Informations- und Dokumentationsstelle für Prävention bzw. Diskriminierungsschutz, für die Erscheinungsformen, Auswirkungen und Folgen von Diskriminierung werden Diskriminierungsfälle systematisch dokumentiert, erfasst und jährlich als Statistik veröffentlicht.

Die Projekte wirken zudem überregional in der Entwicklung und Umsetzung von Integrations- und Antidiskriminierungskonzepten. Sie bieten Trainings- und Fortbildungsmaßnahmen für Akteure in Kommunen, wie z.B. der Verwaltung, Wohnungs- und Immobilienwirtschaft und Verbänden an. Durch überregionale Zusammenarbeit in landes-, bundesweiten und internationalen Netzwerken werden Maßnahmen der Antidiskriminierungsarbeit analysiert und weiterentwickelt.

Die Projektträger sind zudem mit unterschiedlichen Aktivitäten gegen Rechtsextremismus und Radikalismus aktiv. So wird eine Informations- und Recherchestelle mit einer umfangreichen multimedialen Quellensammlung zu den Themen Rassismus, Diskriminierung und Rechtsextremismus gefördert (Mediathek in Siegen). Zudem werden neben der Aufklärungsarbeit, Aktionen und Demonstrationen gegen Rechtsextremismus durchgeführt und unterstützt (Planerladen in Dortmund). 

Die Beratungsstellen und zuständigen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sind auf der gemeinsamen Homepage zu finden: www.nrwgegendiskriminierung.de

Erinnerungskultur

Erinnerungskultur Web 2.0

Was verbindet eine Geschichtslehrerin aus Riga in Lettland mit ihrem arabischen Kollegen aus Beirut im Libanon? Beide setzen einen Film im Unterricht ein, der in NRW produziert wurde und eine sehr emotionale geschichtliche Erfahrung vermittelt.

Geschichtslehrerin Vera Strobel an der Realschule am Sportpark in Dormagen hat sich auf den Weg gemacht, eine echte Spurensuche zu betreiben, die in keinem Schulbuch bisher zu finden ist.

Wie sind Sie darauf gekommen, einen Film über das Schicksal jüdischer Familien in Dormagen zu machen?

Seit 2006 arbeite ich mit meinen Schülern in der Stolpersteininitiative in Dormagen mit und bin Projektleiterin für „Schule ohne Rassismus- Schule mit Courage" an meiner Schule. In der Zusammenarbeit mit meinen Schülern, deren Ideen und Fragen wurde mir klar, dass ich das Thema jugendgerecht anpacken will: also ein kurzes „Filmchen" auf youtube.

 

Haben Sie Ihre Recherche im Unterricht mit den Schülerinnen und Schülern durchgeführt?

In Klasse 10 wird laut Lehrplan „Nationalsozialismus” unterrichtet. Mir war von Anfang an der lokalgeschichtliche Bezug wichtig, denn meine Schüler sollten sich die Frage stellen, wie genau die Zeit des NS-Regimes in ihrer Heimatstadt Dormagen aussah.

 

Wie kamen diese Herausforderungen bei den Jugendlichen an?

Es stellte sich im Unterricht immer zwangläufig die Frage: „Wie war das bei uns in Dormagen?” Seit 2005 arbeite ich aktiv mit der Stadt Dormagen und anderen weiterführenden Schulen an der Stolpersteininitiative. Auch nach ihrer Schulzeit sind manche Schüler noch am Thema interessiert. So ist Norman Kulartz, der die großartige technische Umsetzung dieses Filmes machte, ein ehemaliger Schüler von mir. Seit mehreren Jahren gestalten meine Schüler auch aktiv die Gedenkfeier zum 9. November (Pogromnacht) auf dem jüdischen Friedhof mit und sind immer sehr stolz, wenn über ihr Engagement in den lokalen Zeitungen berichtet wird.

 

Schule ohne Rassismus ist das Motto der Realschule Dormagen …, wird der Film jetzt selbst als Unterrichtsmaterial in den Klassen genutzt?

Genau dafür ist er gemacht. Man kann ihn sowohl zu Beginn der Unterrichtseinheit Holocaust einsetzen, als auch danach. Das bisherige Interesse an dem Film spricht für sich.

 

Frau Strobel, über welche Familien berichten Sie konkret?

Wie im Film berichtet wird, sind von 35 Dormagenern jüdischen Glaubens 23 ermordet worden, 8 konnten erfolgreich fliehen und Emmy Dahl und ihr Bruder Jakob überlebten das KZ. Mit der Tochter von Jakob Dahl, Frau Hanni Paschek-Dahl, arbeite ich seit Jahren eng und vertrauensvoll zusammen, sonst hätte sie mir bestimmt nicht ihre Fotos für den Film überlassen. Ganz bewusst haben wir uns Frau Paschek-Dahl als unsere Patin für Schule ohne Rassismus(SoR-SmC) ausgesucht, so war sie mit dem Vorsitzenden des Integrationsrats Dormagen, Mehmet Güneysu, dabei, als wir 2009 ausgezeichnet wurden.

 

Im Film wird auch von einer Familie Gottschalk in New York gesprochen, wie konnte der Kontakt hergestellt werden?

Durch meine Recherchen im Stadtarchiv Dormagen stieß ich auch auf die Wiedergutmachungsakte von Karl Gottschalk. Im Internet fand ich den Nachruf auf die 90-jährige Liesel Gottschalk der jüdischen Gemeinde in New York, also der Ehefrau von Karl Gottschalk. Eine jüdische Bekannte aus Australien half mir, den Kontakt zu den Kindern von Karl Gottschalk herzustellen. Hier kam mir zugute, dass ich schon längerer Zeit auf Englisch zu meinen lokalen Geschichtsforschungen berichte, so 2009 in Jerusalem im Yad Vashem-Seminar und 2011 auf einem Seminar des Council of Europe (Europarat). Beide, Margaret und Milton Gottschalk sind sehr dankbar, dass ihr Vater Karl und ihre Großmutter in Dormagen nicht vergessen wurden und haben mir per skype ihre Familiengeschichte erzählt, wie es im Film dargestellt ist.

 

Welche Reaktionen ruft dieser Film innerhalb und außerhalb der Schule hervor?

Meine Schüler sind emotional berührt und traurig, wenn sie diesen Film sehen. Gerade auch der Stammbaum von Familie Dahl, in dem im Film alle ermordeten Familienmitglieder in Rot erscheinen, macht sie sehr betroffen.

 

zum Film

www.schule-ohne-rassismus.org

www.verastrobel.de

 

Stimmen zum Film

New York:

Milton Gottschalk schrieb mir: „Herzlichen Dank für den Link. Ich habe mir gerade Deinen Film angesehen, es war eine sehr emotionale Erfahrung für mich.... Bei der Zusammenstellung dieses dokumentarischen Films hast Du einen wunderbaren Job gemacht."

Riga:

Besonders habe ich mich auch über die Reaktion meiner Geschichtskollegen gefreut, die ich 2011 bei dem europäischen Seminar kennen gelernt hatte. So schrieb Ina Evardson aus Riga/Lettland, wie wunderbar sie meinen Film findet und ihn auch in ihrem Geschichtsunterricht einsetzen wird.

Beirut:

Mein arabischer Geschichtskollege aus Beirut/Libanon, Roger Saouda, schreibt:

„Was für eine großartige Arbeit, die Du und Dein Team gemacht haben , um die Geschichte dieser Familien während der dunkelsten Zeit der deutschen Geschichte zu verfolgen. Das englische Drehbuch war eine große Hilfe für mich, aber auch beim Film in deutscher Sprache sprechen die Aufnahmen für sich. Herzlichen Glückwunsch noch einmal und ich erwarte weitere Projekte von diesem Kaliber von Dir!"

Audio-Sprachkurs für Flüchtlinge

Deutsch lernen mit Musik

70 Kreative treffen sich online und entwickeln kostenlosen
Audio-Sprachkurs für Flüchtlinge

Düsseldorf, Oktober 2015. welcomegrooves – das ist ein kostenloser Audio-Sprachkurs mit Musik. Er soll die Menschen, die in Deutschland Zuflucht gefunden haben, herzlich willkommen heißen und ihnen helfen, sich leichter in unserem Land zurechtzufinden. Initiatorin dieses einmaligen Online-Projekts ist die Düsseldorferin Eva Brandecker, Produzentin der Audio-Sprachkurs-Reihe „The Grooves“. Unterstützt wird sie von rund 70 Kreativen aus den Bereichen Musik, Sprache und Text, Gestaltung, Technik und Social Media, die in einer Facebook-Gruppe intensiv am Projekt arbeiten – und all ihr Wissen und Können einbringen. welcomegrooves ist ein ehrenamtliches Projekt und kommt ohne finanzielle Förderung oder Spendengelder aus.

Sechs Lektionen und Kulturtipps

„Der deutschen Sprache eine freundliche, willkommen heißende Stimme zu geben, ist mir eine Herzensangelegenheit“, erklärt eine der Profi-Sprecherinnen stellvertretend für das ganze Team. Im Tonstudio wurden sechs Lektionen mit nützlichen Wörtern und Sätzen für die Basiskommunikation im Alltag der Flüchtlinge aufgenommen. Die welcomegrooves können ganz einfach und kostenlos von der Internetseite www.welcomegrooves.de als MP3-File aufs Handy heruntergeladen oder auch direkt angehört werden. Zusätzlich stehen Kulturtipps zu den Besonderheiten der deutschen Lebensart sowie alle Lektionstexte in Schriftform zum Download bereit – übersetzt in viele Sprachen: neben Englisch, Französisch, Spanisch und Russisch auch in Serbisch, Bosnisch, Arabisch, Farsi, Tigrinya, Urdu, Somali, Hausa, Kiswahili, Amharisch u. a. mehr. Die Palette der Übersetzungen soll mit Hilfe der Netzgemeinde noch erweitert werden.
 
Internationales Übersetzerteam
Zum Übersetzerteam gehören u. a. ein Übersetzer aus Lahore, eine Dozentin aus Leipzig, eine Schauspielerin aus Bagdad, die Initiatorin eines Hilfsprojektes in Peru, Journalisten der Deutschen Welle, Mitglieder eines Migrantinnen-Netzwerkes, Studierende, AutorInnen, MuttersprachlerInnen aus Menschenrechtsorganisationen, Theaterleute und befreundete Flüchtlinge. Sogar eine internationale Schulklasse aus Düsseldorf hat Übersetzungen übernommen und per Mail beteiligen sich EmigrantInnen u.a. aus dem Iran, aus Israel, Peru, Russland und Mexiko. Die mit der Verdienstmedaille der BRD ausgezeichnete Schriftstellerin Fadumo Korn, Mitgründerin von NALA e.V., die sich gegen Beschneidungen einsetzt, hat z. B. für das Projekt in ihre Muttersprache Somali übersetzt.
 
Musik vermittelt ein positives Gefühl
„Schöne Musik und warme Stimmen sind emotional und können eine angenehme Stimmung erzeugen. Eine gute Gelegenheit, um zeitgleich zum Deutschlernen auch ein paar positive Wünsche zur Gegenwart und Zukunft einzubringen“, sagt Eva Brandecker.
Die Unternehmerin ist seit zehn Jahren spezialisiert auf die Vermittlung von Lerninhalten mit Musik. Sie kombiniert Sprache mit eingängigen Klängen und sorgt dafür, dass der Wortschatz so besser im Gedächtnis bleibt und sich der Lernerfolg durch reines Zuhören einstellt. Sie hat bereits Audio-Sprachtrainer für fünfzehn Sprachen aufgenommen, dabei saßen auch schon Udo Wachtveitl, Emil Steinberger und Josef Hader bei ihr vor dem Mikrofon.

Ehrenamtliches Gemeinschaftswerk

Um ihre Idee eines kostenlosen Audio-Deutschkurses verwirklichen zu können, hat Eva Brandecker ihren Freundeskreis und ihr großes Netzwerk mobilisiert – mit überwältigendem Erfolg: Innerhalb von wenigen Tagen meldeten sich rund 70 engagierte Menschen, die sich alle unentgeltlich für die welcomegrooves einsetzen: professionelle Sprecherinnen und Sprecher, zwei Tonstudios und Fachleute für Übersetzungen, Musik, Text und Social Media. Unterstützung gibt es außerdem von Mitarbeitern von Flüchtlingsinitiativen und nicht zuletzt von Flüchtlingen selbst.
 
Schilder fürs Schaufenster
Ergänzend zum Sprachkurs soll es in der zweiten Phase Schilder mit der Aufschrift welcomegrooves in vielen Sprachen geben. Bibliotheken, Geschäfte oder auch Privatleute können sie ans Fenster kleben und so signalisieren: Hier sind Flüchtlinge willkommen, hier können sie die welcomegrooves kostenlos herunterladen und/oder Lektionen ausdrucken. „So könnte ein kleines Gespräch entstehen, aber auch eine Einladung zum weiteren Kennenlernen oder auf einen Kaffee“, hofft Eva Brandecker, die zusammen mit ihrem Team noch mehr Pläne hat: „Ich würde gerne mehr Lektionen, zum Beispiel speziell für Kinder oder auch eine erweiterte Variante als App produzieren. Dazu sind wir auf der Suche nach Sponsoren oder Förderungen.“
 
Kontakt:
Brandecker Media & Friends
c/o Brandecker Media Verlag
Eva Brandecker
Hoffeldstraße 33
40235 Düsseldorf
E-Mail: welcome@thegrooves.de
Tel.: +49 (0) 151 - 59787478
Fax: +49 (0) 3212 - 102 78 59
 

Jugendliche ohne Grenzen

Jugendliche ohne Grenzen (JOG) ist ein 2005 gegründeter bundesweiter Zusammenschluss von jugendlichen Flüchtlingen.

Ihre Arbeit folgt dem Grundsatz, dass Betroffene eine eigene Stimme haben und keine “stellvertretende Betroffenen-Politik“ benötigen. Sie entscheiden selbst, welche Aktionsformen sie wählen, und auch, wie sie diese durchführen.

JOG ist gegen jegliche Art von Diskriminierung, insbesondere: Rassismus, Faschismus & Islamophobie.

Ziele sind:

  • ein großzügiges Bleiberecht für Alle
  • die vorbehaltlose Umsetzung der UNO-Kinderrechte
  • die Gleichberechtigung von Flüchtlingen mit den Einheimischen
  • die Legalisierung von Menschen ohne Papiere (sog. Illegale)
  • die Chancengleichheit vor allem in den Bereichen Bildung und Arbeitsmarkt
  • das Rückkehrrecht für abgeschobenen Freundinnen und Freunde!

Mit dem „Initiativpreis des Jahres“ werden Initiativen ausgezeichnet, stellvertretend für alle Vereinigungen und Einzelpersonen, die sich tagtäglich in ihrer Umgebung für ihre Mitmenschen, Nachbarn, Mitschülerinnen und Mitschüler einsetzen.

Auch lokal organisieren sie viele Aktionen, da Geduldete aufgrund der „Residenzpflicht“ ihren Bezirk nicht verlassen dürfen. Dazu zählen die Teilnahme an Fachtagungen und Seminaren, die Organisation von Infoveranstaltungen für Presse und Schulen, das Herantragen von Forderungen an Politikerinnen und Politiker, sowie öffentlichkeitswirksame Aktionen wie Demos, Kundgebungen und Mahnwachen.

http://jogspace.net/

Integrationsagenturen

Staatssekretär Klute beim „Markt der Möglichkeiten“ in Gelsenkirchen -erfolgreicher Auftakt einer Veranstaltungsreihe für Akteure und Ehrenamtliche in der Flüchtlingshilfe

Rund 25 InitStaatssekretär Klute beim AWO Markt der Möglichkeiten Gelsenkircheniativen und Vereine, sowohl Haupt- als auch Ehrenamtliche, kamen zum Markt der Möglichkeiten  nach Gelsenkirchen. Dieser wurde von der Integrationsagentur der AWO Gelsenkirchen in Bottrop zusammen mit der Ehrenamtsagentur ausgerichtet. Die Veranstaltung diente der Vernetzung zwischen bereits Aktiven und Interessierten in der Flüchtlingshilfe, insgesamt nutzten rund 150 Besucher die Gelegenheit und tauschten Erfahrungen und Kontakte aus. Staatssekretär Thorsten Klute: „Es ist gut, die geballte Kompetenz des Ehrenamts zusammen zu holen und zu präsentieren. Das sind die wahren Helden unseres Landes, die im Stillen täglich dazu beitragen, dass wir in dieser schwierigen Situation klarkommen.“ Er kündigte an, dass das MAIS den Kommunen über die Kommunalen Integrationszentren in Kürze mit dem Landesprogramm KOMM-AN NRW 13,4 Mio. € bereit stellt. Staatssekretär Klute betonte zudem: „Den Asylpaketen im Bund muss nun auch ein Integrationspaket folgen“.
Anlass des Besuches war die Eröffnung der Fortbildungsreihe „Hilfe für Helfer“.
Vom 29.April bis zum 1. Juli werden Vorträge zu den Themen Unterbringung Geflüchteter, Möglichkeiten von Engagements, Gründe von Flucht, Integration durch Sprache und Beruf, Asyl- und Ausländerrecht und Sozialleistungen in der AWO Gelsenkirchen stattfinden.
 

Flüchtlinge werden Nachbarn

Flüchtlingshilfe in EnseLogo Flüchtling werden Nachbarn

Bei "Flüchtlinge werden Nachbarn in Ense" kümmern sich Enser Bürgerinnen und Bürger in mehreren Arbeitsgruppen um Flüchtlinge in ihrer Gemeinde. So wird zum Beispiel in einer AG eine Willkommensbroschüre in mehreren Sprachen erstellt, die Flüchtlingen wichtige Informationen über die Gemeinde weitergibt, zum Beispiel Adressen von Ärzten, Apotheken, Ansprechpartner bei Notfällen oder Tipps für Einkaufsmöglichkeiten. In der Broschüre gibt es auch ein Kapitel zur Kultur und Brauchtum in Deutschlandund Ense.

Zur Broschüre

Hilfs- und Beratungsangebote können so besser vermittelt werden und den Ensern fällt es leichter, sich um ihre neuen Nachbarn zu kümmern. Zu den "klassischen" Hilfsangeboten für Flüchtlinge zählen hierbei völlig alltägliche Dinge, zum Beispiel die Erstbegleitung zu Ärzten, die Organisation oder Begleitung von Bus- und Zugfahrten, Begleitung zur Kleiderkammer oder zu einem Sozialkaufhaus. Wenn Fahrräder gebraucht werden, um in Ense und Umgebung von A nach B zu gelangen, kümmert sich die Bürgerinitiative darum, Drahtesel zu organisieren. Jede Maßnahme steht hierbei unter dem Motto „Hilfe zur Selbsthilfe“.

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