Gesundheitsgerechte Arbeit

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Foto zeigt viele Obst- und Gemüsesorten

Gesundheitsgerechte Arbeit

Betriebe, die nachhaltig in die Gesundheit ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter investieren, erhöhen auf diese Weise nicht nur deren Lebensqualität. Sie haben auch Vorteile im Wettbewerb, da mit der Motivation der Beschäftigten auch die Produktivität des Unternehmens wächst.

Eine gesundheitsgerechte Arbeitsgestaltung verfolgt das Ziel, sowohl die betrieblichen und individuellen Ressourcen zu stärken, als auch die Organisation und die betrieblichen Abläufe so zu gestalten, dass körperliche und psychische Belastungen von Beschäftigten reduziert werden. „Arbeit gestalten NRW“ will Unternehmen und Beschäftigte für Fragen der gesundheitsgerechten Arbeitsgestaltung sensibilisieren und Unterstützung bei der Einführung eines betrieblichen Gesundheitsmanagements anbieten. Dabei können gerade auch kleinere Unternehmen von betrieblicher Gesundheitsförderung profitieren.

Fördermöglichkeiten

Kleine und mittlere Unternehmen ab zehn Beschäftigten, die systematisch die Gesundheit und Leistungsfähigkeit ihrer Beschäftigten fördern wollen und dazu externe Beratung wünschen, können für diesen Prozess die Potentialberatung in Anspruch nehmen. Für Kleinstbetriebe bis zu neun Beschäftigten kann eine Förderung über unternehmensWert:Mensch erfolgen.

Weitere Informationen finden Sie unter www.mais.nrw.de/potentialberatung und www.unternehmens-wert-mensch.de.

Was ist Betriebliches Gesundheitsmanagement?

Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) ist gemäß einschlägiger wissenschaftlicher Definition ein beteiligungsorientierter Prozess zur Entwicklung betrieblicher Strukturen und Vorgehensweisen, die die gesundheitsförderliche Gestaltung von Arbeit und Organisation und die Befähigung der Beschäftigten zu gesundheitsförderlichem Verhalten zum Ziel haben. Es zielt insgesamt darauf ab, die Beschäftigungsfähigkeit zu erhalten und weiterzuentwickeln.

Ein nachhaltiges BGM findet dabei nicht als Parallelprozess zu betrieblichen „Hauptaktivitäten“ statt, sondern geht integrativ vor, das heißt, es berücksichtigt die betrieblichen Rahmenbedingungen und Gestaltungsmöglichkeiten der Arbeitsorganisation, der Qualifizierung sowie die (gesundheitlichen) Voraussetzungen in der Belegschaft.

Kriterien für ein BGM in diesem Sinn:

  • Es handelt sich um einen kontinuierlicher Prozess: Analyse, Planung von Maßnahmen, Durchführung und Überprüfung der Wirksamkeit folgen aufeinander
  • Berücksichtigung der schon laufenden Aktivitäten und bestehenden Strukturen (z. B. Gefährdungsbeurteilungen im Bereich des Arbeitsschutzes).
  • Beteiligung unterschiedlicher Interessengruppen (Geschäftsführung, Führungskräfte, Beschäftigte, Sicherheitsfachkräfte, betriebliche Interessenvertretung, Betriebsarzt).
  • Einbindung und Beteiligung der Beschäftigten zu jedem Zeitpunkt.
  • Bedarfsbezogene, zielgruppenspezifische Analyse und entsprechende Handlungsplanung (Was wird benötigt? Berücksichtigung von z.B. Alter, kultureller Hintergrund).
  • Aufbau betrieblicher Selbststeuerungskompetenzen (Hilfe zur Selbsthilfe).
Gibt es einen ökonomischen Nutzen?

Die Vorteile, die durch aktive Gesundheitsförderung wie Betriebliche Gesundheitsförderung und Betriebliches Gesundheitsmanagement entstehen, können allgemein für Beschäftigte als auch für Arbeitgeber wie folgt zusammengefasst werden:

Vorteile für Arbeitgeber

Für das Unternehmen hat die Verbesserung der Gesundheit und des Wohlbefindens der Beschäftigten diverse positive Konsequenzen, wie zum Beispiel

  • den Erhalt und die Stärkung der Arbeits- und Beschäftigungsfähigkeit der Beschäftigten
  • eine Erhöhung der Motivation durch Stärkung der Verbundenheit mit dem Unternehmen
  • eine Kostensenkung durch weniger Krankheits-, Produktions- und Fluktuationsausfälle
  • die Steigerung der Produktivität sowie Verbesserung der Qualität
  • eine Imageaufwertung als Arbeitgeber und damit
  • einfachere Personalrekrutierung
  • eine Stärkung der Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit

Vorteile für Beschäftigte

Die Teilnahme an Maßnahmen zur Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz ist freiwillig. Aber eine gesunde Lebensweise sollte zu allererst auch im Interesse der Beschäftigten liegen. Für diese ergeben sich durch eine erfolgreiche Implementierung von BGF zahlreiche Vorteile, wie zum Beispiel die

  • Verbesserung des Gesundheitszustandes und Senkung gesundheitlicher Risiken
  • Reduzierung der Arztbesuche
  • Verbesserung der gesundheitlichen Bedingungen im Unternehmen
  • Verringerung von Belastungen
  • Verbesserung der Lebensqualität
  • Erhaltung / Zunahme der eigenen Leistungsfähigkeit
  • Erhöhung der Arbeitszufriedenheit und Verbesserung des Betriebsklimas
  • Mitgestaltung des Arbeitsplatzes und des Arbeitsablaufs

Der ökonomische Nutzen von BGM für die Unternehmen gilt als wissenschaftlich belegt. Eine Vielzahl an wissenschaftlichen Studien zeigt auf, dass Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung neben positiven Gesundheitseffekten auch betriebswirtschaftliche Effekte bewirken können. Maßnahmen von betrieblicher Gesundheitsförderung können zu einer Verringerung von krankheitsbedingten Fehlzeiten sowie zu einer Reduktion von Krankheitskosten um durchschnittlich rund 25 Prozent führen.

Maßnahmen, die der Reduzierung arbeitsbedingter körperlicher oder psychosozialer Belastungen, von Stress sowie Suchtmittelkonsum dienen, können steuerlich begünstigt werden und sind bis zu 500 Euro pro Beschäftigten steuer- und sozialversicherungsfrei sind (§ 3 Nr. 34 EStG). Es empfiehlt sich, vorab die angestrebten Maßnahmen auf steuerliche Anerkennung hin zu überprüfen.

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