FAQ

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Foto zeigt einen deutschen und einen türkischen Reisepass

Fragen und Antworten

Sie haben eine Frage zum Thema Einbürgerung? Dann finden Sie hier vielleicht schon eine Antwort. In unserem FAQ-Bereich haben wir eine Reihe von Fragen und Antworten für Sie zusammengestellt.

Wer ist Deutscher?

Deutscher Staatsangehöriger ist, wer die deutsche Staatsangehörigkeit erworben und nicht wieder verloren hat. Jede Person mit deutscher Staatsangehörigkeit hat in der Bundesrepublik Deutschland die gleichen Rechte und Pflichten. Zu den Rechten zählen zum Beispiel das Wahlrecht sowie der diplomatische Schutz im Ausland.

Was versteht man unter dem Geburtsortsprinzip?

Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit durch Geburt

Änderung der Optionspflicht

Die aktuelle Änderung des Staatsangehörigkeitsgesetzes betrifft nur diejenigen, die als Kinder ausländischer Eltern durch Geburt in Deutschland die deutsche Staatsangehörigkeit  sowie die ausländische Staatsangehörigkeit ihrer Eltern erworben hatten (bzw. die die deutsche Staatsangehörigkeit nach der Übergangsregelung des § 40b Staatsangehörigkeitsgesetz erworben hatten).  Nach dem bisherigen Recht mussten sie sich mit Erreichen der Volljährigkeit  zwischen der deutschen und der ausländischen Staatsangehörigkeit entscheiden (= sog. „Optionspflicht”).
Nach dem neuen Recht entfällt diese Optionspflicht für diejenigen, die in Deutschland aufgewachsen sind. Für diese Personen wird die durch Geburt entstandene Mehrstaatigkeit dauerhaft hingenommen. 
„Im Inland aufgewachsen ” sind nach § 29 Abs. 1a des Staatsangehörigkeitsgesetzes diejenigen, die sich bis zur Vollendung des 21. Lebensjahres

  • acht Jahre gewöhnlich im Inland aufgehalten haben oder
  • sechs Jahre im Inland eine Schule besucht haben oder
  • über einen im Inland erworbenen Schulabschluss oder eine im Inland abgeschlossene Berufsausbildung verfügen.

Die zuständige Behörde prüft anhand der ihr zur Verfügung stehenden Meldedaten, ob sie die Optionspflicht verneinen kann. Ist nach den Meldedaten nicht feststellbar, dass sich der Betroffene acht Jahre gewöhnlich in Deutschland aufgehalten hat, schreibt die Behörde ihn an, nachdem er 21 Jahre alt geworden ist. In dem Anschreiben wird er auf die Möglichkeit hingewiesen, nachzuweisen, dass bei ihm die Optionspflicht nicht besteht. Erst wenn danach das Bestehen der Optionspflicht nicht verneint werden kann, wird ein offizielles Optionsverfahren eingeleitet.

Was versteht man unter dem Abstammungsprinzip?

Ein Kind erwirbt mit der Geburt die deutsche Staatsangehörigkeit, wenn ein Elternteil die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt. Wenn nur der Vater die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt, aber nicht mit der Mutter verheiratet ist, ist eine Anerkennung oder Feststellung der Vaterschaft erforderlich, und zwar bevor das Kind sein 23. Lebensjahr vollendet hat.

Ich bin Ausländer und möchte Deutscher werden. Gilt die neue Regelung für mich?

Nein. Die neue Regelung gilt nur für diejenigen, die bereits Deutsche sind und die deutsche Staatsangehörigkeit durch Geburt (nach dem „Geburtsortprinzip”) erworben haben. Wenn Sie Ausländer sind und eingebürgert werden möchten, müssen Sie - wie bisher - grundsätzlich Ihre ausländische Staatsangehörigkeit aufgeben.

Ich bin in Deutschland geboren worden. Darf ich zwei Pässe haben?

Die Voraussetzungen für die Einbürgerung wurden nicht geändert. Diejenigen Personen, die noch keine deutschen Staatsangehörigen sind und erst noch eingebürgert werden möchten, müssen daher - nach wie vor - grundsätzlich ihre ausländische Staatsangehörigkeit abgeben. Dies gilt auch dann, wenn sie in Deutschland geboren wurden.

Ich bin Deutscher durch Geburt in Deutschland und auch hier aufgewachsen. Daneben habe ich auch eine ausländische Staatsangehörigkeit .Ich glaube, dass die neue Regelung für mich gilt. Was muss ich machen?

Sie müssen gar nichts machen, wenn Sie nach der neuen Regelung „in Deutschland aufgewachsen sind”. Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn Sie mindestens 8 Jahre in Deutschland gelebt haben. Dann dürfen Sie dauerhaft zwei  Pässe behalten.

Ihre zuständige Behörde prüft anhand der Meldedaten „in eigener Regie”, ob Sie optionspflichtig sind oder nicht.  Sie müssen bei dieser Prüfung gar nicht mitwirken. Nur dann, wenn nicht festgestellt werden kann, dass Sie bis zu Ihrem 21. Geburtstag bereits 8 Jahre in Deutschland gelebt haben, werden Sie angeschrieben. Dann haben Sie die Möglichkeit, nachzuweisen, dass Sie doch im Inland aufgewachsen sind und daher beide Pässe behalten dürfen. Sie können zu diesem Zweck zum Beispiel Ihr in Deutschland erworbenes Schulabschlusszeugnis einreichen.

Wichtig: Solange Ihre Behörde sich nicht bei Ihnen meldet, passiert gar nichts. Sie sind und bleiben deutsche(r) Staatsangehörige(r).

Ich bin nach dem bisherigen Recht bereits „im Optionsverfahren” gewesen. Was muss ich machen?

In den Fällen, in denen ein nach der bisherigen Rechtslage eingeleitetes Optionsverfahren noch nicht abgeschlossen worden ist, werden sich die nordrhein-westfälischen Staatsangehörigkeitsbehörden an die Betroffenen wenden und klären, ob im Einzelfall überhaupt noch eine Optionspflicht nach dem neuen Recht besteht.

Ich war optionspflichtig und habe meine deutsche Staatsangehörigkeit bereits verloren. Kann ich diese jetzt wiedererwerben?

Ja, Sie können die deutsche Staatsangehörigkeit durch Einbürgerung wieder erwerben. Die Einbürgerung müssen Sie bei Ihrer örtlichen Einbürgerungsbehörde beantragen.

Ich war optionspflichtig und habe bereits meine ausländische Staatsangehörigkeit aufgegeben. Kann ich diese jetzt wiedererwerben?

Ein Wiedererwerb der ausländischen Staatsangehörigkeit führt  zum automatischen Verlust der deutschen Staatsangehörigkeit.

Hiervor schützt nur eine vorherige schriftliche Genehmigung zur Beibehaltung der deutschen Staatsangehörigkeit („Beibehaltungsgenehmigung”). Für die Erteilung der Beibehaltungsgenehmigung ist die jeweilige Bezirksregierung zuständig.

Sie benötigen keine Beibehaltungsgenehmigung, wenn Sie die Staatsangehörigkeit eines anderen EU-Staates oder der Schweiz erwerben möchten.
 

Wie erhalten Spätaussiedler und deren Angehörige die deutsche Staatsangehörigkeit?

Wenn Sie als Spätaussiedler in Deutschland aufgenommen wurden, erwerben Sie mit der Bescheinigung gemäß § 15 Abs. 1 oder Abs. 2 des Bundesvertriebenengesetzes automatisch die deutsche Staatsangehörigkeit.  Fragen zum Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit im Zusammenhang mit dem Spätaussiedleraufnahmeverfahren beantwortet das Bundesverwaltungsamt.

Was ist die Ermessenseinbürgerung?

Auch wenn Sie keinen Anspruch auf Einbürgerung haben, können Sie sich vielleicht einbürgern lassen. Das geht, wenn nach Einschätzung der Einbürgerungsbehörden ein öffentliches Interesse an Ihrer Einbürgerung besteht. Das nennt man „Ermessenseinbürgerung”. Dazu müssen Sie einige Mindestanforderungen erfüllen:

  •  Sie bzw. Ihr Erziehungsberechtigter stellen/stellt einen Antrag.
  • Sie leben rechtmäßig in Deutschland.
  • Sie dürfen nicht wegen einer Straftat verurteilt sein. Es gelten die gleichen Ausnahmen wie bei der Anspruchseinbürgerung. Weitergehende Ausnahmen sind nur in ganz besonderen Härtefällen möglich.
  • Sie haben eine Wohnung oder andere Unterkunft.
  • Sie können sich und Ihre Angehörigen aus eigener Erwerbstätigkeit oder aus Ihrem Vermögen versorgen. Können Sie Ihren Unterhalt nur durch Inanspruchnahme öffentlicher Mittel (z.B. SGB II oder XII) sichern, ist eine Einbürgerung nur in besonderen Ausnahmefällen möglich.

Wenn Sie diese Bedingungen erfüllen, können sich die Einbürgerungsbehörden für Ihre Einbürgerung entscheiden. Dabei werden jedoch in der Regel folgende Voraussetzungen verlangt:

  • Sie müssen Ihre bisherige Staatsangehörigkeit bei der Einbürgerung aufgeben.
  • Sie haben ausreichende deutsche Sprachkenntnisse. Bei älteren Personen, die das sechzigste Lebensjahr vollendet haben und seit 12 Jahren in Deutschland leben, sind die Ansprüche an ihre Deutschkenntnisse etwas geringer.
  • Sie haben Kenntnisse der Rechts- und Gesellschaftsordnung und der Lebensverhältnisse in Deutschland.

Auch die „Ermessenseinbürgerung” wird in der Regel erst nach acht Jahren vorgenommen.

Kann ich mich auch einbürgern lassen, wenn ich keinen Anspruch habe?

Unter Umständen Ja! Auch wenn Sie keinen Anspruch auf Einbürgerung haben, können Sie sich vielleicht einbürgern lassen. Nähere Informationen erhalten Sie bei Ihrer Einbürgerungsbehörde.

An wen wende ich mich, wenn ich mich einbürgern lassen will?

Welche Einbürgerungsbehörde für Sie zuständig ist, erfahren Sie bei der Stadt- oder Kreisverwaltung, dem Bezirksamt, bei der Ausländerbehörde oder hier.

Welche Unterlagen benötige ich für die Einbürgerung?

Die zuständigen Einbürgerungsbehörden halten Antragsformulare bereit, die Sie benutzen sollten. Damit erleichtern Sie der Behörde eine schnelle Entscheidung. Bevor Sie den Antrag abgeben, sollten Sie in der Behörde ein Beratungsgespräch führen. Dabei erfahren Sie, welche Unterlagen Sie brauchen. So sparen Sie Zeit und unnötige Rückfragen.

Sie können den Antrag auch hier downloaden.

Wie läuft die Einbürgerung ab?

1. Antrag

Zuerst müssen Sie einen Antrag auf Einbürgerung stellen. Antragsformulare und ein Merkblatt bekommen Sie von Ihrer Einbürgerungsbehörde. Welche Einbürgerungsbehörde für Sie zuständig ist, erfahren Sie bei der Stadt- oder Kreisverwaltung, dem Bezirksamt oder bei der Ausländerbehörde. Das Antragsformular müssen Sie ausfüllen und zusammen mit den erforderlichen Unterlagen bei der Einbürgerungsbehörde abgeben. Wer das 16. Lebensjahr vollendet hat, kann den Antrag selbst stellen.

Sie können den Antrag auch hier downloaden.

Weitere Informationen und Formulare auf: www.mik.nrw.de

2. Einbürgerungszusicherung

Wenn die Behörde Ihrem Antrag zustimmt, erhalten Sie zunächst eine schriftliche Einbürgerungszusicherung.

3. Entlassung aus der bisherigen Staatsangehörigkeit

Anschließend können Sie sich um die Entlassung aus Ihrer bisherigen Staatsangehörigkeit bemühen. Wenn Sie aus einem Land kommen, das seinen Bürgern die Entlassung aus der Staatsangehörigkeit verweigert, akzeptieren die deutschen Behörden Mehrstaatigkeit. Dies ist gegenwärtig bei Staatsangehörigen aus Afghanistan, Algerien, Eritrea, Iran, Kuba, Libanon, Marokko, Syrien, Thailand und Tunesien der Fall.

Bürgerinnen und Bürger aus einem Land der Europäischen Union müssen vor einer Einbürgerung in Deutschland ihre bisherige Staatsangehörigkeit nicht ablegen.

4. Einbürgerungsurkunde

Nachdem Sie aus Ihrer bisherigen Staatsangehörigkeit entlassen worden sind, erhalten Sie Ihre Einbürgerungsurkunde und damit die deutsche Staatsangehörigkeit.

5. Beantragung und Erhalt des deutschen Passes

Mit Ihrer Einbürgerungsurkunde können Sie bei Ihrem Einwohnermeldeamt Ihren deutschen Pass beantragen.

Wie gut muss ich deutsch können, um eingebürgert zu werden?

Nur wenn Sie sich in deutscher Sprache verständigen können, können Sie sich sozial und wirtschaftlich integrieren. Außerdem können Sie so viel leichter einen Arbeitsplatz bekommen. Deshalb müssen Sie „ausreichende” Kenntnisse der deutschen Sprache besitzen.

Ausreichende Kenntnisse haben Sie, wenn Sie die Anforderungen der Sprachprüfung zum Zertifikat „Deutsch” in mündlicher und schriftlicher Form erfüllen. Das ist das Sprachniveau B1 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen.

Kinder, die zum Zeitpunkt der Einbürgerung das 16. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, müssen über altersgemäße Sprachkenntnisse verfügen.

Weitere Einzelheiten zum Nachweis der deutschen Sprachkenntnisse erfahren Sie bei der Einbürgerungsbehörde, die für Sie zuständig ist.

Was ist der Einbürgerungstest und wie kann ich mich vorbereiten?

Wenn Sie eingebürgert werden wollen, müssen Sie Ihre "Kenntnisse der Rechts- und Gesellschaftsordnung und der Lebensverhältnisse in Deutschland" nachweisen. Davon befreit sind alle, die noch keine 16 Jahre alt sind. Befreit davon sind aber auch Personen, die aufgrund Krankheit, Behinderung oder altersbedingt beeinträchtigt sind.
Ein deutscher Abschluss an einer allgemeinbildenden Schule (Hauptschule oder höherer Abschluss) genügt als Nachweis. Ansonsten müssen Sie einen Einbürgerungstest machen. Nähere Beratung und Information erhalten Sie bei Ihrer Einbürgerungsbehörde.
Gesamtkatalog der für den Einbürgerungstest zugelassenen Prüfungsfragen (Anlage 1 EinbTestV)
Mit folgendem Informationsmaterial können Sie sich auf den Einbürgerungstest vorbereiten:
Informationsmaterial zu den Themen für den Einbürgerungstest auf den Seiten des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge

Zur Vorbereitung können Sie aber auch spezielle Einbürgerungskurse mit Dozenten und anderen Kursteilnehmern besuchen. Wenn Sie bereits lange in Deutschland leben, können Sie auch an Integrationskursen des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge teilnehmen. Hier können Sie ihre Kenntnisse der deutschen Sprache auf das Sprachniveau B1 bringen und zugleich Kenntnisse der Rechts- und Gesellschaftsordnung und der Lebensverhältnisse in Deutschland erwerben.
Antworten auf Fragen zum Bereich „Integrationskurse”
Wenn Sie bereits an einem Integrationskurs teilgenommen haben, brauchen Sie vor dem Einbürgerungstest keine Scheu zu haben.
Weitere Auskünfte erteilt Ihre Einbürgerungsbehörde. Hier erfahren Sie, ob Sie persönlich die zeitlichen und sonstigen Voraussetzungen für eine Einbürgerung erfüllen. Außerdem nennt Ihnen die Einbürgerungsbehörde auch wohnortnahe Stellen, wo Sie den Einbürgerungstest machen können.
Ein bestandener Einbürgerungstest ersetzt jedoch nicht den Nachweis ausreichender deutscher Sprachkenntnisse auf dem Niveau B1 des Europäischen Referenzrahmens für Sprachen. Dieser Nachweis ist für die Einbürgerung ebenfalls erforderlich.

Wann kann ich nach der Einbürgerung meine alte Staatsangehörigkeit behalten?

Unter bestimmten Umständen werden mehrere Staatsangehörigkeiten akzeptiert. Wann das der Fall ist, lesen Sie im Folgenden. Erkundigen Sie sich bei Ihrer Einbürgerungsbehörde, ob eine der folgenden Regelungen auf Sie zutrifft:

  • Nach dem Recht des anderen Staates ist es unmöglich, aus der bisherigen Staatsangehörigkeit auszuscheiden. In diesem Fall werden Sie unter Hinnahme der Mehrstaatigkeit eingebürgert.
  • Wenn Sie aus einem Land kommen, das seinen Bürgern die Entlassung aus der Staatsangehörigkeit verweigert, akzeptieren die deutschen Behörden Mehrstaatigkeit. Das ist gegenwärtig bei Staatsangehörigen aus Afghanistan, Algerien, Eritrea, Iran, Kuba, Libanon, Marokko, Syrien, Thailand und Tunesien der Fall.
  • Ihre Einbürgerung in Deutschland ist auch dann möglich, wenn Ihnen Ihr Herkunftsstaat die für die Aufgabe der ausländischen Staatsangehörigkeit notwendigen Formulare verweigert oder wenn er nach einer gewissen Zeit immer noch nicht über Ihren vollständigen Antrag entschieden hat.
  • Ihre bisherige Staatsangehörigkeit müssen Sie für eine Einbürgerung nicht aufgeben, wenn der andere Staat Ihnen unzumutbare Bedingungen für die Entlassung stellt. Unzumutbar können z.B. überhöhte Gebühren sein. Das ist dann der Fall, wenn der ausländische Staat von Ihnen für die Entlassung eine Gebühr verlangt, die höher als Ihr monatliches Bruttoeinkommen ist, aber mindestens 1.280,00 Euro beträgt. Wenn Sie bereits das sechzigste Lebensjahr vollendet haben, gelten hinsichtlich der Frage der Hinnahme von Mehrstaatigkeit etwas andere Regeln. Je nach Einzelfall können z.B. auch gesundheitliche Schwierigkeiten zu Ihren Gunsten berücksichtigt werden.
    Nicht jede Bedingung, die der andere Staat stellt, ist unzumutbar. Das gilt z.B., wenn Ihnen der andere Staat die Entlassung aus der Staatsbürgerschaft verweigert, weil Sie ein vom Staat gewährtes Stipendium nicht zurückgezahlt haben. Sie müssen Ihre Verpflichtungen gegenüber dem anderen Staat erfüllt haben. Das gilt im Grundsatz auch für die Wehrpflicht. Von diesem Grundsatz gibt es aber Ausnahmen. Die Erfüllung der Wehrpflicht im Staat Ihrer bisherigen Staatsangehörigkeit kann insbesondere dann unzumutbar sein, wenn Sie in Deutschland bereits in der zweiten oder dritten Generation leben. Nutzen Sie auch hier bitte das Beratungsangebot der Einbürgerungsbehörden oder Beratungsstellen.
  • Mehrstaatigkeit wird auch akzeptiert, wenn Sie einer besonders schutzbedürftigen Gruppe angehören. Dies ist der Fall, wenn Sie als Flüchtling anerkannt worden sind. In diesen Fällen prüft das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge allerdings oft, ob die Verfolgung fortbesteht.
  • Für Bürger der Staaten der Europäischen Union und der Schweiz gilt eine Sonderregelung: Sie müssen vor einer Einbürgerung nicht ihre bisherige Staatsangehörigkeit ablegen.
  • Allerdings kann es sein, dass Sie nach dem Recht des anderen Staates ihre bisherige Staatsangehörigkeit automatisch verlieren, wenn Sie sich in Deutschland einbürgern lassen. Wenn Sie Zweifel haben, sollten Sie sich an die Botschaft oder ein Konsulat des Landes Ihrer bisherigen  Staatsangehörigkeit wenden.
Wie muss ich mich verhalten, wenn bei der Entlassung aus meiner früheren Staatsangehörigkeit Probleme auftauchen?

Wenn Sie Schwierigkeiten bei der Entlassung aus Ihrer alten Staatsangehörigkeit haben, sprechen Sie darüber mit Ihrer Einbürgerungsbehörde. Stellen Sie außerdem sicher, dass Sie alle Schritte, die Sie für ein Entlassungsverfahren unternehmen, auch belegen können.

Wenn Sie sich an die Vertretung des anderen Staates in Deutschland wenden, sollten Sie einen Zeugen mitnehmen.

Post an die ausländische Vertretung sollten Sie als Einschreiben mit Rückschein abschicken. Dabei sollte eine Vertrauensperson das Schreiben in den Briefumschlag legen und absenden. So können Sie beweisen, dass Sie alles getan haben, um Ihre alte Staatsangehörigkeit aufzugeben.

Beachten Sie auf jeden Fall die Hinweise Ihrer Einbürgerungsbehörde zum Entlassungsverfahren.

Welche Regelungen gelten für ältere Ausländer?

Gesetzliche Sonderregelungen gibt es für diese Gruppe nicht. Bei der Anspruchseinbürgerung kann  Mehrstaatigkeit ausnahmsweise zugelassen werden. Bei der Ermessenseinbürgerung genügt in bestimmten Fällen ein geringeres Maß an Deutschkenntnissen.

Was kostet die Einbürgerung?

Grundsätzlich sind pro Person 255 Euro zu bezahlen. Für minderjährige Kinder ohne eigenes Einkommen, die mit ihren Eltern zusammen eingebürgert werden, sind 51 Euro zu bezahlen. Werden Minderjährige ohne ihre Eltern eingebürgert, gilt die allgemeine Gebühr von 255 Euro.

Wenn Sie jedoch ein geringes Einkommen haben oder mehrere Kinder eingebürgert werden sollen, können Sie mit der Einbürgerungsbehörde besprechen, ob im Einzelfall eine Reduzierung der Gebühr oder eine Ratenzahlung möglich sind.

Ich habe einen deutschen Ehegatten oder eingetragenen Lebenspartner. Gilt für mich etwas Besonderes?

Ehegatten und eingetragene gleichgeschlechtliche Lebenspartner von Deutschen haben unter bestimmten Voraussetzungen einen Regelanspruch ("soll") auf eine frühzeitige Einbürgerung.

Ein Regelanspruch auf Einbürgerung besteht nicht, wenn die Ehe oder eingetragene Lebenspartnerschaft gescheitert ist, beide Partner getrennt leben und eine Scheidung bzw. Aufhebung der Lebenspartnerschaft geplant ist. Auch so genannte Scheinehen begründen keinen Regelanspruch auf Einbürgerung. Scheinehen sind Ehen, die nur geschlossen wurden, um ausländerrechtliche Vorschriften zu umgehen.

Die Voraussetzungen für eine Einbürgerung als Ehegatte und eingetragener Lebenspartner eines Deutschen:

  • Sie müssen einen Antrag stellen.
  • Sie besitzen ausreichende Deutschkenntnisse sowie
  • Kenntnisse der deutschen Rechts- und Gesellschaftsordnung und der Lebensverhältnisse.
  • Sie leben seit drei Jahren rechtmäßig in Deutschland. Zum Zeitpunkt der Einbürgerung muss die Ehe oder eingetragene Partnerschaft schon seit mindestens zwei Jahren bestehen. Außerdem muss der deutsche Ehepartner während dieser Zeit schon Deutscher gewesen sein; er darf also nicht gerade erst selbst eingebürgert worden sein.
  • Sie haben eine Wohnung oder andere Unterkunft.
  • Sie können sich und Ihre Angehörigen selbst ernähren. Bei Ehegatten und eingetragenen Lebenspartnern von Deutschen reicht es, wenn der Unterhalt der Familie durch einen der Partner gesichert wird. Können Sie Ihren Unterhalt nur durch Inanspruchnahme öffentlicher Mittel (z.B. Arbeitslosengeld II oder Sozialhilfe) sichern, ist eine Einbürgerung nur in besonderen Ausnahmefällen möglich.
  • Sie dürfen nicht wegen einer Straftat verurteilt sein. Es gelten die gleichen Ausnahmen wie bei der Anspruchseinbürgerung. Weitergehende Ausnahmen sind nur in ganz besonderen Härtefällen möglich.
  • Sie müssen Ihre bisherige Staatsangehörigkeit aufgeben oder verlieren. Hier gelten die gleichen Ausnahmen wie bei der Anspruchseinbürgerung.
Ich bin Staatenlos, was gilt für mich?

Staatenlos sind Sie, wenn kein Staat Sie als seinen Staatsangehörigen ansieht. Dass Sie staatenlos sind, weisen Sie den Einbürgerungsbehörden am besten durch Vorlage eines Reiseausweises für Staatenlose nach.

Bei der Anspruchseinbürgerung und bei der Ermessenseinbürgerung gilt für Staatenlose grundsätzlich das Gleiche wie für andere Personen, die sich einbürgern lassen wollen. Allerdings haben Staatenlose keine andere Staatsangehörigkeit, deshalb müssen sie auch keine aufgeben. Bei der Ermessenseinbürgerung für Staatenlose werden kürzere Aufenthaltszeiten (sechs Jahre) verlangt. Für Kinder von Staatenlosen, die in Deutschland geboren wurden, gibt es darüber hinaus einen besonderen Einbürgerungsanspruch. Liegen die Voraussetzungen vor, darf die Einbürgerung nicht versagt werden.

Folgende Voraussetzungen müssen allerdings erfüllt sein:

  • Das Kind muss schon bei der Geburt staatenlos sein.
  • Es muss in Deutschland geboren sein. Auch die Geburt in einem deutschen Flugzeug oder auf einem deutschen Schiff erfüllt diese Bedingung.
  • Das Kind muss sich seit fünf Jahren rechtmäßig und dauerhaft in Deutschland aufhalten.
  • Der Antrag auf Einbürgerung muss vor dem 21. Geburtstag gestellt werden.
  • Das staatenlose Kind darf nicht zu einer Freiheits- oder Jugendstrafe von mehr als fünf Jahren verurteilt worden sein.
Ich bin anerkannter Flüchtling, was gilt für mich?

Bei der Anspruchseinbürgerung und bei der Ermessenseinbürgerung gilt für Asylberechtigte und anerkannte Flüchtlinge nach der Genfer Flüchtlingskonvention das gleiche wie für andere Personen, die sich einbürgern lassen wollen. Zeiten des Asylverfahrens werden vollständig als Aufenthaltszeiten angerechnet.

Mehrstaatigkeit wird bei dieser Gruppe generell akzeptiert. Vielleicht prüft das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge aber vorher, ob die Verfolgung fortbesteht. Außerdem werden bei der Ermessenseinbürgerung für anerkannte Flüchtlinge kürzere Aufenthaltszeiten (sechs Jahre) verlangt.

Ich bin Unionsbürger, was gilt für mich?

Für Unionsbürger gelten die gleichen Regeln zur Einbürgerung wie bei anderen Ausländern. Freizügigkeitsberechtigte Unionsbürger brauchen aber - im Gegensatz zu anderen Ausländern - keinen Aufenthaltstitel. Sie haben automatisch aufgrund des Europarechts ein Aufenthaltsrecht.

Falls ein Aufenthaltsrecht besteht, erhalten Sie von den Meldebehörden automatisch eine Bescheinigung. Unionsbürger müssen vor einer Einbürgerung in Deutschland ihre bisherige Staatsangehörigkeit nicht ablegen.

Kann ich die deutsche Staatsangehörigkeit (wieder) verlieren?

Der Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit gilt grundsätzlich auf Dauer. Der Entzug der deutschen Staatsangehörigkeit ist nach dem Grundgesetz verboten.

Ein Verlust der deutschen Staatsangehörigkeit darf nur aufgrund eines Gesetzes eintreten. Wer die deutsche Staatsangehörigkeit nach dem Geburtsortsprinzip erhalten hat und für den die Optionspflicht gilt, muss mit Erreichen der Volljährigkeit, spätestens jedoch bis zur Vollendung des 23. Lebensjahres erklären, ob er die deutsche Staatsangehörigkeit behalten will.

Die deutsche Staatsangehörigkeit geht automatisch verloren, wenn jemand auf Antrag eine ausländische Staatsangehörigkeit annimmt (z.B. durch Einbürgerung). Das ist nur dann nicht der Fall, wenn man zuvor eine schriftliche Genehmigung der zuständigen deutschen Behörde erhalten hat, die es erlaubt, die  deutsche Staatsangehörigkeit zu behalten. Das ist die so genannte Beibehaltungsgenehmigung.

(Ausnahme: Deutsche, die die Staatsangehörigkeit eines anderen EU-Staates oder der Schweiz annehmen, bleiben deutsche Staatsangehörige  und brauchen auch keine Beibehaltungsgenehmigung)

Das Gesetz sieht in folgenden weiteren Fällen einen Verlust der Staatsangehörigkeit vor:

  • Entlassung auf Antrag,
  • Verzicht,
  • Adoption als Kind durch einen Ausländer,
  • freiwilliger Eintritt ohne Zustimmung der zuständigen Behörde in den Dienst von Streitkräften oder vergleichbaren bewaffneten Verbänden eines ausländischen Staates, dessen Staatsangehörigkeit der oder die Betroffene ebenfalls besitzt.

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