Einstufung, Kennzeichnung

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Produkte aus dem Bau- und Supermarkt mit Gefahrensymbolen

Einstufung, Kennzeichnung von Chemikalien (CLP)

Eine einheitliche Einstufung und Kennzeichnung von gefährlichen Chemikalien ist eine der Grundvoraussetzungen für den sicheren Umgang mit Chemikalien. Die EU hat 2008 die CLP-Verordnung über die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen verabschiedet.

Aufgrund des fortschreitenden weltweiten Handels mit Chemikalien wurde bereits 1992 auf UN-Ebene ein weltweit einheitliches Einstufungs- und Kennzeichnungssystem als Ziel definiert. Durch dieses System soll erreicht werden, dass Umwelt- und Gesundheitsauswirkungen von Chemikalien überall gleich beurteilt und gekennzeichnet werden.
Um dieses Ziel zu erreichen, wurde auf UN- und OECD-Ebene, das Globally Harmonised System of Classification and Labelling of Chemicals (GHS) erarbeitet und verabschiedet. In Europa wurde das GHS-System mit der Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 über die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen (CLP-Verordnung) verbindlich umgesetzt. Die Abkürzung CLP steht für den englischen Titel der Verordnung "Regulation on Classification, Labelling and Packaging of Substances and Mixtures ".
Das neue Einstufungs- und Kennzeichnungssystem führte zu weitreichen Änderungen bei der Einstufung und Kennzeichnung von Chemikalien. Zum 01.06.2017 enden die letzten Übergangsfristen und alle in Verkehr gebrachten Produkte müssen gemäß der CLP-Verodnung eingestuft, gekennzeichnet und verpackt sein. Nur gefährliche Chemikalien, die mit CLP-Piktogrammen gekennzeichnet sind, dürfen ab diesem Tag noch geliefert werden. Falls sich noch alte Produkte in den Verkaufsregalen befinden, deren Kennzeichnungsetiketten den Anforderungen der früheren Rechtsvorschriften entsprechen, dürfen dieseProdukte entweder nicht mehr in Verkehr gebracht oder aber müssen gemäß CLP neu eingestuft und gekennzeichnet werden.

Das mehrsprachige Faltblatt "Neue Kennzeichnungen für gefährliche Chemikalien im Beruf und Haushalt. Neue Symbole informieren über den sicheren Umgang mit gefährlichen Chemikalien im Beruf und Haushalt." informiert über die neue Kennzeichnung:

  • İşyeri ve evlerdeki tehlikeli kimyasal maddeler için yeni etiket işaretleri. (Deutsch -Türkisch)
  • Новая маркировка опасных химикатов на работе или дома. (Deutsch-Russisch)
  • Nuovi simboli per le sostanze chimiche pericolose sul luogo di lavoro e nelle abitazioni. (Deutsch - Italienisch)
Gefahrensymbole und Signalwörter

Gefährliche Chemikalien müssen entsprechend der CLP-Verordnung mit den sogenannten Piktogrammen gekennzeichnet werden.

 

Ergänzt werden die Gefahrenpiktogramme durch die Signalworte, die das Ausmaß der Gefahr angeben: "Gefahr" und "Achtung". Das Signalwort "Gefahr" weist im Gegensatz zum Signalwort „Achtung“ auf eine größere Gefahr hin.
Insgesamt gibt es 28 Gefahrenklassen, mit teilweise bis zu vier Kategorien. Gefahrenhinweise, im englischen als Hazard Statements bezeichnet (H-Sätze) und Sicherheitshinweise im englischen als Precautionary Statements (P-Sätze) bezeichnet, geben weitere Informationen zur sicheren Verwendung.

Weitere Informationen

Einstufung und Meldung von chemischen Stoffen

In der CLP-Verordnung ist festgelegt, dass chemische Stoffe bis zum 1. Dezember 2010 nach dem neuen System einzustufen sind. Diese CLP-Einstufungen mussten für zahlreiche Stoffe bis zum 3. Januar 2011 der Europäischen Chemikalienagentur gemeldet werden. Die Meldung ist kostenfrei. In den Artikeln 39 bis 42 der CLP-Verordnung ist festgelegt, welche Pflichten die Hersteller und Importeure haben und wann die Meldungen zum Einstufungs- und Kennzeichnungsverzeichnis zu erfolgen haben.

Importeure und Hersteller müssen gefährliche Stoffe, die sie als solche oder in Gemischen in Verkehr bringen wollen, unabhängig von deren Menge melden.
Importeure und Hersteller müssen Stoffe, die der Registrierung gemäß REACH-Verordnung unterliegen, melden, wenn sie diese in Verkehr bringen.
Bestehende Registrierungen von in Verkehr gebrachten Stoffen müssen gegebenenfalls mit der CLP-Einstufung und Kennzeichnung aktualisiert werden.

Seit dem 1. Dezember 2010 müssen Stoffe innerhalb eines Monats nach ihrem Inverkehrbringen gemeldet werden.
 

Anforderungen an die Verpackung gefährlicher Stoffe oder Gemische: Aufmachung und Gestaltung

Die CLP-Verordnung enthält Regelungen zur Gestaltung von Verpackungen und Etiketten im Hinblick auf eine klare Gefahrenkommunikation. Nach Artikel 25 Absatz 4 der CLP-Verordnung dürfen auf dem Kennzeichnungsetikett oder der Verpackung von als gefährliche eingestuften Stoffen/Gemischen keine irreführenden Angaben erscheinen:

  • wie zum Beispiel „ungiftig“, „unschädlich“, „umweltfreundlich“, „ökologisch“ oder
  • alle sonstigen Hinweise, die auf das Nichtvorhandensein von Gefahreneigenschaften hinweisen oder nicht mit der Einstufung im Einklang stehen.
     

Weitere Regelungen zur Verpackung und Auslobung bei Biozidprodukten finden sich im Artikel 69, Absätze 1 und 2 der Biozid-Verordnung.

Eine Übersicht mit Beispielen für Verpackungen, die nicht den oben genannten Kriterien zur Kennzeichnung oder zur Aufmachung entsprechen, wurde von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin und dem Ministeriums für Arbeit, Integration und Soziales in Nordrhein-Westfalen erstellt. Sie enthält Beispiele für:

  • verharmlosenden oder irreführenden Angaben oder Verpackungen
  • Verpackungen, die eine Verwechselungsgefahr darstellen
  • Verpackungen, die aktive Neugier von Kindern erwecken

 

Produkte, die bestimmte sehr gefährliche Stoffe oder Gemische enthalten und die an die breite Öffentlichkeit abgegeben werden, müssen unabhängig von ihrem Fassungsvermögen mit kindergesicherten Verschlüssen verschlossen sein (Artikel 35 Absatz 2 sowie Anhang II der CLP-Verordnung). Diese wichtige Anforderung des Schutzes einer besonders empfindlicher Verbrauchergruppe, der Kinder gilt für Chemikalien, die z.B. als Haushaltsreiniger oder Heimwerkerprodukte verwendet werden und die als akut toxisch der Kategorien 1 bis 3, spezifisch zielorgantoxisch (einmalige Exposition) der Kategorie 1, spezifisch zielorgantoxisch (wiederholte Exposition) der Kategorie 1 oder hautätzend der Kategorie 1 eingestufte sind. Außerdem gelten sie für Chemikalien, die eine Aspirationsgefahr („chemische“ Lungenentzündung) darstellen sowie für Chemikalien, die Methanol oder Dichlormethan enthalten. Davon ausgenommen sind Stoffe und Gemische, die in Form von Aerosolpackungen oder in Behältern mit versiegelter Sprühvorrichtung in Verkehr gebracht werden.
weitere Informationen:

Mitteilungen der Zusammensetzung von Produkten

Zukünftig bessere Notfallberatung bei Vergiftungsfällen aufgrund besserer Kenntnisse über die Zusammensetzung gefährlicher chemischer Produkte

Unternehmen müssen in Deutschland schon bislang die Zusammensetzung gefährlicher chemischer Verbraucherprodukte mitteilen. Bei Unfällen mit diesen chemischen Gemischen (u.a. Haushaltschemikalien und Biozid-Produkte) müssen Ärzte wissen, welche Stoffe das Produkt enthält. Nur dann können sie gezielt behandeln und beraten.
Anhand der Angaben zu den gefährlichen chemischen Produkten beantworten die Giftinformationszentralen (in NRW angesiedelt beim Universitätsklinikum Bonn, Kinderheilkunde) Anfragen bei Vergiftungsfällen bzw. bei Verdacht einer Vergiftung.
Da bislang für Produkte, die für eine gewerbliche oder industrielle Verwendung vorgesehen waren, die konkrete Zusammensetzung nicht mitgeteilt werden musste, konnte bei Vergiftungsanfragen zu diesen gefährlichen Produkten die Beratung nicht optimal sein. Die Pflicht die Zusammensetzung von gefährlichen Chemikalien für die gesundheitliche Notfallversorgung mitzuteilen, wird ab 2020 sukzessive auch auf gewerbliche und industrielle Produkte ausgeweitet. Eine entsprechende Änderung des Chemikaliengesetzes passierte Ende März 2017 den Bundesrat. Außerdem wird nun im Chemikaliengesetz klargestellt, dass selbstverständlich die Einhaltung der Mitteilungspflichten von den zuständigen Überwachungsbehörden der Länder überprüft werden können.
Die Umstellung der Giftinformationsvorschriften ist zeitgleich mit dem Wirksamwerden der neuen, dann unmittelbar geltenden EU-Regelung (Anhang VIII der CLP-Verordnung, veröffentlicht am 22. März 2017) zum 1. Januar 2020 vorgesehen.
Das Ministerium für Arbeit, Soziales und Integration hat sich seit Jahren im Zusammenhang mit der europäischen Harmonisierung für die Ausgestaltung der Mitteilungspflichten auch für gewerbliche und industrielle Produkte eingesetzt und hätte verkürzte Übergangsfristen für wünschenswert erachtet, da immer mehr Produkte für die gewerbliche und industrielle Verwendung z.B. im Internet angeboten werden und von Verbrauchern erworben und verwendet werden.

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