Einstufung, Kennzeichnung

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Produkte aus dem Bau- und Supermarkt mit Gefahrensymbolen

Einstufung, Kennzeichnung von Chemikalien (CLP)

Eine einheitliche Einstufung und Kennzeichnung von gefährlichen Chemikalien ist eine der Grundvoraussetzungen für den sicheren Umgang mit Chemikalien. Die EU hat 2008 die CLP-Verordnung über die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen verabschiedet. Die europaweit geltende Verordnung löst schrittweise die bisherigen EG-Vorschriften ab.

Aufgrund des fortschreitenden weltweiten Handels mit Chemikalien wurde bereits 1992 auf UN-Ebene ein weltweit einheitliches Einstufungs- und Kennzeichnungssystem als Ziel definiert. Durch dieses System soll erreicht werden, dass Umwelt- und Gesundheitsauswirkungen von Chemikalien überall gleich beurteilt und gekennzeichnet werden.

Um dieses Ziel zu erreichen, wurde auf UN- und OECD-Ebene, das Globally Harmonised System of Classification and Labelling of Chemicals (GHS) erarbeitet und verabschiedet. Zur Umsetzung des GHS-Systems in europäisches Recht trat am 20.01.2009 die Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 über die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen (CLP-Verordnung) in Kraft. Die Abkürzung CLP steht für den englischen Titel der Verordnung "Regulation on Classification, Labelling and Packaging of Substances and Mixtures ".

Die CLP-Verordnung löst schrittweise die bisherigen Vorschriften zur Einstufung und Kennzeichnung von Chemikalien der Europäischen Union ab. Während der Übergangszeit kann freiwillig das CLP-Kennzeichnungssystem genutzt werden, was insbesondere für Unternehmen, die international tätig sind, von Vorteil ist.

Das neue Einstufungs- und Kennzeichnungssystem führt zu weitreichen Änderungen bei der Einstufung und Kennzeichnung von Chemikalien.

Das mehrsprachige Faltblatt "Neue Kennzeichnungen für gefährliche Chemikalien im Beruf und Haushalt. Neue Symbole informieren über den sicheren Umgang mit gefährlichen Chemikalien im Beruf und Haushalt." informiert über die neue Kennzeichnung:

  • İşyeri ve evlerdeki tehlikeli kimyasal maddeler için yeni etiket işaretleri. (Deutsch -Türkisch)
  • Новая маркировка опасных химикатов на работе или дома. (Deutsch-Russisch)
  • Nuovi simboli per le sostanze chimiche pericolose sul luogo di lavoro e nelle abitazioni. (Deutsch - Italienisch)
Neue Gefahrstoffsymbole und Signalwörter

Die meisten Symbole und Begriffe sind durch neue Piktogramme ersetzt.

 

Neu eingeführt wurden zwei Signalworte: "Gefahr" und "Achtung". Die Signalwörter ersetzen die bisherigen 10 Gefahrenbezeichnungen (giftig, ätzend, usw.) und geben das Ausmaß der Gefahr an. Das Signalwort "Gefahr" weist im Gegensatz zum Signalwort „Achtung“ auf eine größere Gefahr hin.

28 Gefahrenklassen, mit teilweise bis zu vier Kategorien, ersetzen die bisherigen Gefahrenmerkmale. Gefahrenhinweise, im englischen als Hazard Statements bezeichnet (H-Sätze) ersetzen die bisherigen R-Sätze und die Sicherheitshinweise im englischen als Precautionary Statements (P-Sätze) bezeichnet, ersetzen die bisherigen S-Sätze.

Neben auffälligen Neuerungen bei der Kennzeichnung kann es durch die veränderten Einstufungsgrenzen auch zu einer veränderten Einstufung einzelner Chemikalien kommen.

Einstufung und Meldung von chemischen Stoffen

In der CLP-Verordnung ist festgelegt, dass chemische Stoffe bis zum 1. Dezember 2010 nach dem neuen System einzustufen sind. Diese CLP-Einstufungen mussten für zahlreiche Stoffe bis zum 3. Januar 2011 der Europäischen Chemikalienagentur gemeldet werden. Die Meldung ist kostenfrei. In den Artikeln 39 bis 42 der CLP-Verordnung ist festgelegt, welche Pflichten die Hersteller und Importeure haben und wann die Meldungen zum Einstufungs- und Kennzeichnungsverzeichnis zu erfolgen haben.

Importeure und Hersteller müssen gefährliche Stoffe, die sie als solche oder in Gemischen in Verkehr bringen wollen, unabhängig von deren Menge melden.
Importeure und Hersteller müssen Stoffe, die der Registrierung gemäß REACH-Verordnung unterliegen, melden, wenn sie diese in Verkehr bringen.
Bestehende Registrierungen von in Verkehr gebrachten Stoffen müssen gegebenenfalls mit der CLP-Einstufung und Kennzeichnung aktualisiert werden.

Seit dem 1. Dezember 2010 müssen Stoffe innerhalb eines Monats nach ihrem Inverkehrbringen gemeldet werden.
 

Anforderungen an die Verpackung gefährlicher Stoffe oder Gemische: Aufmachung und Gestaltung

Die CLP-Verordnung enthält Regelungen zur Gestaltung von Verpackungen und Etiketten im Hinblick auf eine klare Gefahrenkommunikation. Nach Artikel 25 Absatz 4 der CLP-Verordnung dürfen auf dem Kennzeichnungsetikett oder der Verpackung von als gefährliche eingestuften Stoffen/Gemischen keine irreführenden Angaben erscheinen:

  • wie zum Beispiel „ungiftig“, „unschädlich“, „umweltfreundlich“, „ökologisch“ oder
  • alle sonstigen Hinweise, die auf das Nichtvorhandensein von Gefahreneigenschaften hinweisen oder nicht mit der Einstufung im Einklang stehen.
     

Weitere Regelungen zur Verpackung und Auslobung bei Biozidprodukten finden sich im Artikel 69, Absätze 1 und 2 der Biozid-Verordnung.

Eine Übersicht mit Beispielen für Verpackungen, die nicht den oben genannten Kriterien zur Kennzeichnung oder zur Aufmachung entsprechen, wurde von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin und dem Ministeriums für Arbeit, Integration und Soziales in Nordrhein-Westfalen erstellt. Sie enthält Beispiele für:

  • verharmlosenden oder irreführenden Angaben oder Verpackungen
  • Verpackungen, die eine Verwechselungsgefahr darstellen
  • Verpackungen, die aktive Neugier von Kindern erwecken

 

Produkte, die bestimmte sehr gefährliche Stoffe oder Gemische enthalten und die an die breite Öffentlichkeit abgegeben werden, müssen unabhängig von ihrem Fassungsvermögen mit kindergesicherten Verschlüssen verschlossen sein (Artikel 35 Absatz 2 sowie Anhang II der CLP-Verordnung). Diese wichtige Anforderung des Schutzes einer besonders empfindlicher Verbrauchergruppe, der Kinder gilt für Chemikalien, die z.B. als Haushaltsreiniger oder Heimwerkerprodukte verwendet werden und die als akut toxisch der Kategorien 1 bis 3, spezifisch zielorgantoxisch (einmalige Exposition) der Kategorie 1, spezifisch zielorgantoxisch (wiederholte Exposition) der Kategorie 1 oder hautätzend der Kategorie 1 eingestufte sind. Außerdem gelten sie für Chemikalien, die eine Aspirationsgefahr („chemische“ Lungenentzündung) darstellen sowie für Chemikalien, die Methanol oder Dichlormethan enthalten. Davon ausgenommen sind Stoffe und Gemische, die in Form von Aerosolpackungen oder in Behältern mit versiegelter Sprühvorrichtung in Verkehr gebracht werden.
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