Ausländische Berufsabschlüsse anerkennen

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Pflegekraft mit Migrationshintergrund bei Besprechung mit zwei Kolleginnen

Qualifikationen von Migrantinnen und Migranten nutzen - Überblick und Informationen

Informationen zu Landesgesetz, Beratungsangeboten und Verfahren in Nordrhein-Westfalen

Die Qualifikationen von – häufig hochqualifizierten – Einwanderinnen und Einwanderern sind in Zeiten wachsenden Fachkräftemangels eine wichtige Ressource. Nordrhein-Westfalen will deshalb die Anerkennung im Ausland erworbener Qualifikationen und Berufsabschlüsse einfacher und fairer gestalten.

Qualifikationen von Migrantinnen und Migranten nutzen – Landesgesetz und Beratungsangebote

Die Qualifikationen von – häufig hochqualifizierten – Einwanderinnen und Einwanderern sind in Zeiten wachsenden Fachkräftemangels eine wichtige Ressource. Nordrhein-Westfalen will deshalb die Anerkennung im Ausland erworbener Qualifikationen und Berufsabschlüsse einfacher und fairer gestalten. Mit dem Landesanerkennungsgesetz hat die Landesregierung die Grundlage für ein einheitliches und rasches Verfahren zur Berufsanerkennung geschaffen. Das Landesgesetz erfasst über 160 Berufe und ist seit dem 15. Juni 2013 in Kraft.

Einheitliches und faires Verfahren für die Anerkennung ausländischer Abschlüsse

In Nordrhein-Westfalen leben mehrere zehntausend Einwanderinnen und Einwanderer, die über qualifizierte, jedoch nicht anerkannte Berufsabschlüsse verfügen. Sie sind vielfach gezwungen, als Hilfskräfte statt in ihrem Beruf zu arbeiten. Unter ihnen gibt es auch Fachkräfte wie Ingenieure oder Erzieherinnen und Erzieher, die dringend gebraucht werden.

Aufgrund fehlender Angebote und undurchsichtiger Verfahren wurden die bislang bestehenden Angebote zur Anerkennung im Ausland erworbener Qualifikationen nicht oder nur vereinzelt in Anspruch genommen. Migrantinnen und Migranten konnten ihre Fähigkeiten und Talente nicht bewerten lassen und somit nicht nutzen. Durch das Landesanerkennungsgesetz Nordrhein-Westfalen – und seinem Herzstück, dem „Gesetz zur Feststellung der Gleichwertigkeit ausländischer Berufsqualifikationen in Nordrhein-Westfalen (BQFG-NRW) – wird ein klares, einheitliches und faires Verfahren definiert, damit betroffene Zuwanderinnen und Zuwanderer ihre im Ausland erworbenen Berufsabschlüsse anerkennen lassen können.

Über 160 Berufe erfasst, darunter Ingenieure, Architekten und Erzieher

Nach dem Inkrafttreten des Anerkennungsgesetzes des Bundes im Frühjahr 2012 waren die Bundesländer gefordert, ein Landesgesetz zur Regelung des Anerkennungsverfahrens auf den Weg zu bringen. Nordrhein-Westfalen hat sich dabei an die Spitze einer Länderinitiative gestellt und als eines der ersten Flächenländer ein Landesgesetz in die parlamentarische Beratung gebracht, die nun abgeschlossen ist. NRW ist damit das sechste Bundesland, das über ein eigenes Landesanerkennungsgesetz verfügt.

Das Bundesgesetz ist unter anderem für Ärzte, Rechtsanwälte und die 350 dualen Ausbildungsberufe zuständig. Das Landesgesetz regelt demgegenüber die Anerkennung von Berufen, für die das Bundesland NRW zuständig ist.

Insgesamt erfasst das NRW-Landesgesetz über 160 Berufe, darunter Ingenieure, Architekten und Erzieher. Ausgenommen sind lediglich Lehrer und Landesbeamte, für die weiterhin spezifische Fachgesetze gelten.

Fachberatung unterstützt auf dem Weg zur Anerkennung

In Nordrhein-Westfalen werden Migrantinnen und Migranten auf dem Weg zum Anerkennungsverfahren nicht allein zu lassen. Anders als von der Bundesregierung vorgesehen, bietet das Land eine umfassende Beratungsstruktur. Mit über 70 Beratungsstellen steht für die Betroffenen ein professionelles Beratungsnetzwerk vor Ort bereit.

Info-Service für ratsuchende Migrantinnen und Migranten

Die Telefonhotline 0211 837-1929 von "Nordrhein-Westfalen direkt" informiert Ratsuchende zum Angebot "Beratung zur beruflichen Entwicklung" und ist von Montag bis Freitag von 8.00 Uhr bis 18.00 Uhr erreichbar.

Netzwerk „Integration durch Qualifizierung (IQ)“ – bundesweit und regional aktiv

Um die Arbeitsmarktintegration von Erwachsenen mit Migrationshintergrund zu verbessern, gibt es das bundesweite Netzwerk „Integration durch Qualifizierung“ (IQ). Das Netzwerk hat in den vergangenen Jahren Instrumente, Handlungsempfehlungen sowie Beratungs- und Qualifizierungskonzepte entwickelt und erprobt, die nun flächendeckend umgesetzt und in Regelangeboten verankert werden sollen. Dazu hat die Bundesregierung gemeinsam mit der Bundesagentur für Arbeit das aktuelle Förderprogramm „Integration durch Qualifizierung-IQ“ initiiert, das auf Bundesebene und regional aktiv ist.

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